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Krem er.
Da es nun keinem Zweifel unterliegt, dass diese Inschriften
in vormohammedanische Zeit fallen, so haben wir
hier schon eine Idee, die wir gewohnt sind, als erst später
durch den Islam zu den Arabern importirt anzusehen. Wie
diese Inschrift bezeugt, war sie aber viel früher, vermuthlich
unter dem Einflüsse des Christenthums, zu den heidnischen
Bewohnern der Safä-Gegend gedrungen, trotz ihrer Abgeschiedenheit
von dem grossen Völkerverkehr. Wie viel leichter mussten
solche Anschauungen in Nordarabien, wo starke christliche
und jüdische Colonien wohnten, sich verbreiten?
Unmittelbar auf den Vers, dem obige Stelle entnommen
ist, folgt ein nicht minder auffallender. Er lautet:
Dieser Vers ist schwer zu verstehen, weil in demselben
eine fremdartige Religionsidee steckt, die auch in den ungewöhnlichen
Worten sich erkennen lässt.
Das Wort ^Ubo, Wohnort, Aufenthaltsstätte, eigentlich der
locus standi, wird hier in übertragener Bedeutung gebraucht-Das
Wort ist in der Bedeutung dem hebräischen Diptt entlehnt,
das nicht blos Ort, Stelle, Platz bedeutet, sondern auch heilige
Stelle, geweihter Ort. 1 In diesem Sinne erhielt es allmälig
eine weitere Uebertragung, indem die Rabbiner es auf Gott
anwendeten in dem Sinne ,göttliche Majestät 1 . 2 In einem ähnlichen
übertragenen Sinne kommt es bei Labyd zur Anwendung.
Welchen Gedanken er hiemit verband, bleibt allerdings etwas
unklar. Es mag so viel hier bedeuten als Heiligkeit, Reinheit,
Sündenlosigkeit. Nur wenn wir diese oder eine ähnliche
Bedeutung annehmen, passt die erste Hälfte des Verses zur
zweiten, die übrigens auch nicht von Dunkelheiten frei ist,
indem dort zwei Worte Vorkommen, die ungebräuchlich sind,
nämlich und ^Lciwo. In Ermanglung besserer Anhaltspunkte
folgen wir hierin der allerdings wenig befriedigenden
Erklärung des Commentars. 3
1 Dozy: Die Israeliten in Mekka S. 148.
3 Auch im späteren Arabischen wird es gebraucht für Majestät, Hoheit etc.
3 Vielleicht steckt in dem Worte eine Anspielung auf das Judenthuni.