Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

572

K  r  e  m  e  r.

\

Eine  nabatäische  Inschrift  von  Salchad  lautet:  Dieses
(Denkmal)  erbaute  Rauhu,  Sohn  des  Matbu,  Sohnes  des  Aklabu,
Sohnes  des  Rauhu,  zu  Ehren  der  Allät,  ihrer  Göttin. 1  Die
Inschrift  ist  vom  Jahre  57  Ch.  Der  Ausdruck  für  Göttin
ist  mb«.
Hier  ist  Allät  der  specielle  Name,  und  mit  dem  Ausdrucke
elöhah,  ilähah  wird  die  Gottheit  im  Allgemeinen  bezeichnet.
Auch  auf  den  sabäischen  Inschriften  finden  wir  den  Namen
elöh  (iläh)  und  elöhah  (ilähah)  im  Gebrauche,  und  zwar  in
einer  Zeit  wo  die  alte  heidnische  Religion  noch  nicht  vom
Christenthum  verdrängt  war.  Wenn  nun  in  arabischen  Texten
unmittelbar  aus  der  Zeit  vor  Mohammed  das  Wort  Allah  zur
Bezeichnung  des  Gottesbegriffes  vorkommt,  so  können  wir
hierin  nichts  Befremdendes  sehen.  Das  Christenthum  ebenso
wie  das  Judenthum  hatten  tiefe  Wurzeln  unter  den  arabischen
Stämmen  gefasst.  Besonders  die  Ostsyrien  bewohnenden  Stämme
scheinen  geraume  Zeit  vor  dem  Islam  zum  Christenthum  sich
bekannt  zu  haben.  Wir  besitzen  eine  arabische  Inschrift  vom
Jahre  568  Ch.,  laut  welcher  ein  arabischer  Phylarche  in  Haurän
eine  Capelle  zu  Ehren  Johannes  des  Täufers  errichtete  und
dies  durch  eine  Inschrift  in  arabischer  Sprache  und  Schrift
verewigte. 2

1  Vogüe  S.  116.
2  Diese  Inschrift  ist  bei  Yogüe:  Syrie  centrale  S.  117,  abgebildet.  Wenn
Professor  Nöldeke  in  seiner  Abhandlung  über  den  Gottesnamen  El  in
den  Monatsberichten  der  Berliner  Akademie  1880,  S.  770,  den  Namen  des
Erbauers  Shorähyl  lesen  will,  so  steht  dem  die  deutliche  Schrift  der
genauen  Copie  von  Yogüe  ebenso  wie  die  griechische  Transscription  m
Aaapca]Xos  entgegen.  Der  arabische  Text  der  Inschrift  ist  übrigens  bisher
nicht  richtig  entziffert  worden.  Bei  Vogüe  liest  man:  Sharahbil,  fiis  de
Dhalimou,  j’ai  bati  cette  chapelle.  Oh!  Seigneur  Jean  reculez
l’heure  de  ma  mort!  Quod  bonum,  faustumque  sit!  Die  richtige  Transscription ­
  lautet  wie  folgt:

1(3  Lw.»  y+Xlo

Also  in  deutscher  Uebersetzung  wie  folgt:  Ashrahyl,  Sohn  des  Dalemu,
erbaute  diese  Capelle  (p.apxupiov)  dem  Propheten  Johannes  dem  Täufei.
Gestraft  wird,  wer  sie  beschädigt.  —  Glück  und  Heil!  Ich  will  nur  die
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.