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Kreme r.
Zeit um so fremdartiger klingt, als er ihn ganz im monotheistischen
Sinne gebraucht.
Es scheint hierin ein Widersprach zu liegen; man suchte
eine Erklärung, indem man die Behauptung aufstellte, die aus
dem Heidenthume stammenden Gedichte seien, bei ihrer späteren
Sammlung, einer Art mohammedanischer, monotheistischer
Censur unterworfen worden, indem man die Namen der heidnischen
Götter strich und an deren Stelle den Koran-Ausdruck
Allah oder einen andern Gottesnamen gesetzt habe. Diese
Ansicht, welche zuerst von einheimischen Gelehrten (Kitäb
alaghany, Isäbah, Osod-alghäbah unter dem Artikel Abu Horairah)
ausgesprochen ward, fand auch bei europäischen Forschern
günstige Aufnahme.' Und man dehnte diese Annahme noch
auf jene Stellen der altarabischen Gedichte aus, welche andere
heidnische Anspielungen enthielten, indem man behauptete, das
Meiste sei gestrichen worden.
Was die letztere Ansicht betrifft, so ist sie durch die
Thatsache widerlegt, dass solche Stellen dennoch in den alten
Gedichten sich vorfinden und man mit Recht also fragen kann,
wie es denn erklärlich sei, dass man hier heidnische Anspielungen
habe stehen lassen, während man sie an anderen Orten gestrichen
haben soll. Hier will ich vor Allem über den Gebrauch des
Wortes Allah mich aussprechen.
Die Frage, worauf es ankommt, .ist die, ob die Bezeichnung
der Gottheit mit dem Namen Allah wirklich erst mohammedanisch
sei, oder ob nicht schon früher das Wort Allah im
Gebrauche war. Wäre erstere Annahme richtig, so müssten
allerdings alle jene Stellen, wo es vorkommt, gefälscht sein
und in diesem Falle stünde es überhaupt mit der Echtheit der
alten arabischen Gedichte sehr schlecht, indem wir keine Sicherheit
hätten, ob die Aenderungen, die man an den alten Texten
vornahm, sich auf dieses einzige Wort beschränkten, oder ob
sie nicht vielmehr in ausgedehnterem Maasse stattgefunden
hätten.
Dass mit Mohammed und dem Islam das Wort Allah im
Gegensätze zu den alten heidnischen Göttern ausschliesslich
1 Nöldeke: Beiträge p. VIII; Alilwardt: Bemerkungen über die Echtheit der
altarabischen Gedichte p. 17.