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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Ueber  die  Gedichte  des  Labyd.

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S.  24,  V.  5:  ,Vorherbestimmt  sind  die  Dinge  und  vollbracht ­
  ist  das  Angedrohte,  und  Gott,  mein  Herr,  ist  der  Glorreiche, ­
  Gepriesene.  S.  25,  V.  1:  Bei  ihm  sind  die  Gnaden
und  die  Gaben  und  der  Ruhm,  bei  ihm  ist  die  Fülle  des  Guten
und  dessen,  was  hochgeschätzt  wird.'
S.  23,  V.  2,  findet  man  folgenden  Gedanken:  ,Die  Menschen
sind  thätig  auf  zweierlei  Art:  der  eine  zerstört,  was  er  baut,
während  der  andere  es  ausführt,  V.  3:  die  eineu  sind  glücklich
(auserwählt)  und  werden  ihres  Glücklooses  theilhaftig,  die
anderen  sind  elend  (verdammt)  und  stellen  sich  mit  dem  Nothdürftigsten
  zum  Leben  zufrieden.'
S.  46,  V.  4:  ,Ich  preise  Gott,  denn  Gott  ist  der  Preiswürdige ­
  und  Gottes  ist  das  durch  Fülle  Ausgezeichnete  und
das  Zahlreiche. 1  S.  47,  V.  1:  Denn  Gott  in  Demuth  zu  dienen
(d.  i.  in  Gottesfurcht)  ist  eine  Gnade,  die  nur  zu  Theil  wird
den  Auserwählten.'
S.  73,  V.  1:  ,Ich  hüte  meine  Ehre  mit  dem  altererbten
Besitzthum  und  erkaufe  damit  Lobpreis  (für  mich),  und  fürwahr
  der,  welcher  gehret  nach  Lobpreis,  der  muss  es  kaufen.
V.  2:  Und  wie  viele  (gibt  es,  die  da)  kaufen  für  ihr  Besitzthum
den  guten  Leumund  für  die  Zeit  ihrer  Lebenstage  bei  jedem
Anlasse.  V.  3:  Damit  thue  ich  es  den  Edelgebornen  gleich  bei
jeder  Gelegenheit  und  erfülle  die  Pflichten  der  Frommen
(alsälihyn)  und  folge  (ihrem  Vorbilde).'
In  diesen  Stellen  finden  wir  einige  Gedanken,  die  sich
durchaus  nicht  vereinigen  lassen  mit  den  Vorstellungen,  die
bisher  über  das  Wesen  des  arabischen  Heiden  thums  verbreitet
waren.  Zwar  begegnen  wir  auch  bei  Labyd  dem  Gedanken,
dass  das  Leben  nur  einen  Werth  habe,  so  lange  man  geniessen
könne,  aber  anderseits  fällt  uns  die  Andeutung  einer  Vergeltung
nach  dem  Tode  auf.  Zwar  gebraucht  auch  Labyd  den  im  Heidenthum ­
  üblichen  Nachruf  an  den  Verstorbenen:  lä  tab'adan  (entlerne
  dich  nicht  von  uns),  aber  er  spricht  auch  von  den  Geboten
der  Heiligen  (salihyn),  und  oft  überraschen  uns  religiöse  Ideen,
die  dem  Christenthume  oder  dem  Judenthume  entlehnt  zu  sein
scheinen.  Am  meisten  ist  es  der  häufige  Gebrauch  des  Gottesnamen ­
  Allah,  der  im  Munde  eines  Dichters  aus  heidnischer

1  Man  vergleiche  hiemit  die  Stelle  S.  25,  V.  1.
            
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