Ueber die Gedichte des Labyd.
567
S. 24, V. 5: ,Vorherbestimmt sind die Dinge und vollbracht
ist das Angedrohte, und Gott, mein Herr, ist der Glorreiche,
Gepriesene. S. 25, V. 1: Bei ihm sind die Gnaden
und die Gaben und der Ruhm, bei ihm ist die Fülle des Guten
und dessen, was hochgeschätzt wird.'
S. 23, V. 2, findet man folgenden Gedanken: ,Die Menschen
sind thätig auf zweierlei Art: der eine zerstört, was er baut,
während der andere es ausführt, V. 3: die eineu sind glücklich
(auserwählt) und werden ihres Glücklooses theilhaftig, die
anderen sind elend (verdammt) und stellen sich mit dem Nothdürftigsten
zum Leben zufrieden.'
S. 46, V. 4: ,Ich preise Gott, denn Gott ist der Preiswürdige
und Gottes ist das durch Fülle Ausgezeichnete und
das Zahlreiche. 1 S. 47, V. 1: Denn Gott in Demuth zu dienen
(d. i. in Gottesfurcht) ist eine Gnade, die nur zu Theil wird
den Auserwählten.'
S. 73, V. 1: ,Ich hüte meine Ehre mit dem altererbten
Besitzthum und erkaufe damit Lobpreis (für mich), und fürwahr
der, welcher gehret nach Lobpreis, der muss es kaufen.
V. 2: Und wie viele (gibt es, die da) kaufen für ihr Besitzthum
den guten Leumund für die Zeit ihrer Lebenstage bei jedem
Anlasse. V. 3: Damit thue ich es den Edelgebornen gleich bei
jeder Gelegenheit und erfülle die Pflichten der Frommen
(alsälihyn) und folge (ihrem Vorbilde).'
In diesen Stellen finden wir einige Gedanken, die sich
durchaus nicht vereinigen lassen mit den Vorstellungen, die
bisher über das Wesen des arabischen Heiden thums verbreitet
waren. Zwar begegnen wir auch bei Labyd dem Gedanken,
dass das Leben nur einen Werth habe, so lange man geniessen
könne, aber anderseits fällt uns die Andeutung einer Vergeltung
nach dem Tode auf. Zwar gebraucht auch Labyd den im Heidenthum
üblichen Nachruf an den Verstorbenen: lä tab'adan (entlerne
dich nicht von uns), aber er spricht auch von den Geboten
der Heiligen (salihyn), und oft überraschen uns religiöse Ideen,
die dem Christenthume oder dem Judenthume entlehnt zu sein
scheinen. Am meisten ist es der häufige Gebrauch des Gottesnamen
Allah, der im Munde eines Dichters aus heidnischer
1 Man vergleiche hiemit die Stelle S. 25, V. 1.