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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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K  r  e  in  e  r.

Diese  schöne,  reichbebaute  Landschaft,  wo  ,üppig  die
Blumen  an  den  Wassergraben  blühen', 1  gibt  dem  Dichter
immer  neue  Bilder,  bei  denen  er  mit  Vorliebe  verweilt.  So
kommt  er  in  demselben  Gedichte,  dem  die  obige  Stelle  entlehnt ­
  ist,  wieder  darauf  zurück,  indem  er,  den  Thränenerguss
seiner  Augen  mit  dem  schadhaften  Ledereimer  eines  Schöpfrades ­
  vergleichend,  die  Beschreibung  eines  zur  Bewässerung
verwendeten  Kameeles  gibt,  S.  94,  V.  1  ff.:  ,Schon  früh  am
Morgen  beginnt  das  mächtige  Karaeel  aus  Gorash,  das  theerbestrichene,
  die  Felder  zu  bewässern,  dunkelbraun  ist  es,  an
die  Arbeit  gewöhnt,  vom  Fett  gefallen,  aber  durch  die
Fütterung  mit  Dattelkernen  und  durch  die  Nichtmelkung  gekräftigt.
  Es  muss  das  Wasser  heben  —  während  ein  Knecht
seinen  Gang  beschleunigt,  ein  Knecht  von  derben  Händen,  beschmutzt ­
  mit  Theer,  von  gemeiner  Gestalt  —  mit  dem  Doppeleimer, ­
  dessen  Nähte  nicht  mehr  das  Wasser  halten;  der  als
Gegengewicht  dienende  Eimer  (welcher  emporsteigt  und  sich
leert,  während  der  andere  hinabgeht  und  sich  füllt)  hängt  aber
baumelnd  am  Seile  der  Brunnenwelle,  und  so  arbeitet  es,  bis
die  Felderabtheilungen  so  überschwemmt  sind,  dass  man  sie
für  Teiche  halten  möchte,  worauf  endlich  das  Kamee]  seines
Zugjoches  entledigt  wird/
Er  kennt  auch  die  Wasserleitung  mittelst  der  Bambusrohre ­
  und  erzählt,  wie  nach  langem  Ritte  durch  die  Wüste
sein  Kameel,  sobald  es  das  Culturland  erreicht,  sich  hinstürzt
auf  das  erste  zur  Wasserleitung  verwendete  Bambusrohr,  um
seinen  Durst  zu  löschen  (S.  89,  V.  4).
Eines  der  Gedichte  enthält  sogar  ein  kurzes  Itinerar  einer
Reise  aus  dem  Innern  von  Arabien  an  die  Küste  des  Persischen
Golfes.  Es  beginnt  mit  dem  Orte  Falg,  vermuthlich  in  Jamämah,
den  die  Karawane  passirt,  dann  folgt  das  IJazn  (mit  Steingeröll
bedeckte  Ebene),  wo  die  Nacht  zum  Marsche  benützt  wird,
hierauf  passirt  man  die  Sandhügel  von  'Älig, 2  lässt  dann  Shakäi'k
und  die  Dahnä-Wiiste  hinter  sich,  ebenso  die  Steinebene  von
die  Lehre  des  Mohammed  III,  381  Note;  dann  besonders  Palgrave:  Reise
in  Arabien  II,  173;  Sprenger:  Alte  Geographie  von  Arabien  p.  133.
1  Gedichte  des  Labyd  S.  58,  V.  2.
2  'Alig 1  scheint  in  alten  Zeiten  als  der  Grenzpunkt  von  Nagd  gegen  Hasa
betrachtet  worden  zu  sein.  Vgl.  Zohair  XV,  45,  ed.  Ahlwardt.
            
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