Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

lieber  die  Gedichte  des  Labyd.

561

1  9  <  -  ö  .  »  't*'  t  >  '  0
Lg-oUÄ.  kxs  I4.Ü  öjj  und  S.  133,
r a\  aufmerksam  machen.

7'°'"  ^O,  ~
v.  2  jus  SU  r U=>

Hiemit  ist  die  Vergleichung  zwischen  der  Mo'allakah
und  den  Gedichten  noch  nicht  erschöpft,  aber  ich  glaube  das
minder  Wichtige  beiseite  lassen  zu  können.
Das  Gesagte  dürfte  genügen,  um,  meines  Erachtens,  den
Beweis  für  den  innigen  sachlichen  und  sprachlichen  Zusammenhang ­
  der  dem  Labyd  zugeschriebenen  Gedichte  und  der  unter
seinem  Namen  bekannten  Mo'allakah  für  hergestellt  anzusehen.
Ist  letztere  echt,  so  spricht  demnach  alle  Wahrscheinlichkeit
dafür,  dass  die  Gedichte  in  ihrem  wesentlichen  Inhalte  auch
echt  seien.
Die  Einwendung,  dass  letztere  mit  Absicht  im  Style  der
Mo'allakah  geschrieben  worden  seien,  um  sie  dem  Labyd  unterzuschieben, ­
  scheint  mir  unhaltbar.  Denn  wäre  dies  der  Fall,
so  hätte  eine  solche  Fälschung  doch  nur  in  jener  Epoche  geschehen ­
  können,  wo  man  in  Kufa  oder  Bassora  mit  plötzlich
erwachter  Begeisterung  die  alten  Gedichte  suchte  und  sammelte.
Der  Betrug  hätte  wohl  nur  von  einem  jener  gelehrten,  aber  nicht
gewissenhaften  Philologen  ausgeübt  werden  können,  die  wie
flammäd  (alräwijah)  oder  Chalaf  (alahmar)  ihren  Vorrath  alter,
echter  Dichtungen  künstlich  durch  selbsterfundene  zu  vermehren ­
  suchten.  Sie  hatten  nun  zwar  die  alte  Sprache,  die
Eigentliümlichkeiten  der  dichterischen  Darstellung  vollkommen
in  ihrer  Gewalt,  aber  wo  es  sich  um  die  lebendige  Naturanschauung, ­
  die  Localfarbe  handelte,  konnten  sie  nichts  Selbstständiges, ­
  eigen.  Erfundenes  und  Empfundenes  hervorbriugen.
Nun  begegnen  wir  aber  gerade  in  den  Gedichten  des
Labyd  eigentümlichen,  auf  lebendiger  Selbstanschauung  beruhenden ­
  Darstellungen.  Ich  will  dies  mit  dem  Texte  an  der
Hand  nachzuweisen  versuchen.
Das  Gedicht,  welches  S.  24,  V.  5  beginnt,  wird  nicht
blos  von  anderen  alten  Kennern  als  echt  angeführt,  1  sondern
es  enthält  auch  einen  ganz  localen  Zug,  der  die  Vermutung
einer  Fälschung  ausschliesst.  Es  ist  nämlich  von  den  alten  Volksstämmen ­
  'Ad  und  Tamud  ^die  Kede  und  kommt  die  folgende

1  Aghäny  XIV,  94.

36*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.