Ueber die Gedichte des Labyd.
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Er lebte also in der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts der
arabischen Zeitrechnung.
Der Commentar, mit welchem T u sy die Gedichte des
Lahvd begleitet, enthält sowohl seine eigenen Bemerkungen
als die seines Lehrers Ihn ’A'räby, der an vielen Stellen genannt
wird, manchmal einfach als Abu 'Abdallah, sowie die
Erläuterungen und abweichenden Lesarten des ’Asma'y und
des Abu 'Amr Islntk Ihn Mirar Shaibäny (f um 210 H.), den
er kurzweg Abu 'Amr nennt. 1
Die vorliegende Ausgabe enthält also den Text, so wie er
in der Philologenschule von Kufa zu Anfang des dritten Jahrhunderts
IJ. festgestellt war, und zwar unter der Mitwirkung
der grössten Kenner der Sprache und der alten Gedichte.
Die auf dem Titelblatte in anderer Schrift beigefügte
Notiz, dass Abdallah Ibn IJishäin den Text weiter überliefert
und die Auswahl getroffen habe, kann weder den Werth desselben
erhöhen noch vermindern. Es liegen nämlich über
diesen Gelehrten keinerlei biographische Nachrichten vor. Vielleicht
war er einer der Schüler des Tusy, vielleicht ist der
Zusatz die Bemerkung irgend eines Lesers der Handschrift
und beruht auf einem Missverständnisse. Wie dem immer sei,
so ist es nicht zu bezweifeln, dass wir den Text des Labyd vor
uns haben, wie er damals in Kufa allgemein angenommen war.
Da aber zwischen diesem Zeitpunkte und jenem, in
welchem der Dichter lebte, ungefähr dritthalb Jahrhunderte
liegen, so ist die weitere Frage, welche zunächst zu erörtern
sein wird, die, ob diese dem Labyd zugeschriebenen Gedichte
auch wirklich von ihm stammen, ob sie echt seien oder nicht.
II.
Unter dem Namen Mo'allakah ist eine Anzahl längerer
Gedichte aus der Zeit unmittelbar vor dem Beginne des Islams
erhalten, die nach der einstimmigen Ansicht der eingebornen
Kritiker und Philologen als echt angesehen werden. 2 Unter
1 Vgl. Flügel, S. 139.
2 Vgl. Hie von Nöldeke: Beitrüge zur Kenntniss der Poesie der alten
Araber, Hannover 1864, S. XX, XXI, angeführte Aeusserung des