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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Ueber  die  Gedichte  des  Labyd.

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Er  lebte  also  in  der  ersten  Hälfte  des  dritten  Jahrhunderts  der
arabischen  Zeitrechnung.
Der  Commentar,  mit  welchem  T u sy  die  Gedichte  des
Lahvd  begleitet,  enthält  sowohl  seine  eigenen  Bemerkungen
als  die  seines  Lehrers  Ihn  ’A'räby,  der  an  vielen  Stellen  genannt ­
  wird,  manchmal  einfach  als  Abu  'Abdallah,  sowie  die
Erläuterungen  und  abweichenden  Lesarten  des  ’Asma'y  und
des  Abu  'Amr  Islntk  Ihn  Mirar  Shaibäny  (f  um  210  H.),  den
er  kurzweg  Abu  'Amr  nennt.  1
Die  vorliegende  Ausgabe  enthält  also  den  Text,  so  wie  er
in  der  Philologenschule  von  Kufa  zu  Anfang  des  dritten  Jahrhunderts ­
  IJ.  festgestellt  war,  und  zwar  unter  der  Mitwirkung
der  grössten  Kenner  der  Sprache  und  der  alten  Gedichte.
Die  auf  dem  Titelblatte  in  anderer  Schrift  beigefügte
Notiz,  dass  Abdallah  Ibn  IJishäin  den  Text  weiter  überliefert
und  die  Auswahl  getroffen  habe,  kann  weder  den  Werth  desselben ­
  erhöhen  noch  vermindern.  Es  liegen  nämlich  über
diesen  Gelehrten  keinerlei  biographische  Nachrichten  vor.  Vielleicht ­
  war  er  einer  der  Schüler  des  Tusy,  vielleicht  ist  der
Zusatz  die  Bemerkung  irgend  eines  Lesers  der  Handschrift
und  beruht  auf  einem  Missverständnisse.  Wie  dem  immer  sei,
so  ist  es  nicht  zu  bezweifeln,  dass  wir  den  Text  des  Labyd  vor
uns  haben,  wie  er  damals  in  Kufa  allgemein  angenommen  war.
Da  aber  zwischen  diesem  Zeitpunkte  und  jenem,  in
welchem  der  Dichter  lebte,  ungefähr  dritthalb  Jahrhunderte
liegen,  so  ist  die  weitere  Frage,  welche  zunächst  zu  erörtern
sein  wird,  die,  ob  diese  dem  Labyd  zugeschriebenen  Gedichte
auch  wirklich  von  ihm  stammen,  ob  sie  echt  seien  oder  nicht.

II.
Unter  dem  Namen  Mo'allakah  ist  eine  Anzahl  längerer
Gedichte  aus  der  Zeit  unmittelbar  vor  dem  Beginne  des  Islams
erhalten,  die  nach  der  einstimmigen  Ansicht  der  eingebornen
Kritiker  und  Philologen  als  echt  angesehen  werden. 2  Unter

1  Vgl.  Flügel,  S.  139.
2  Vgl.  Hie  von  Nöldeke:  Beitrüge  zur  Kenntniss  der  Poesie  der  alten
Araber,  Hannover  1864,  S.  XX,  XXI,  angeführte  Aeusserung  des
            
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