Krem er. lieber die Gedichte des Labyd.
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Ueber die Gedichte des Labyd.
Von
Alfred von Kremer,
wirklichem Mitgliede der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.
I.
Nachdem ich seit vielen Jahren im Oriente nach einer
Handschrift der Gedichte des Labyd vergeblich Nachforschungen
angestellt hatte, gelang es einem gebildeten Eingebornen, Jusuf
alchälidy aus Jerusalem, den ich ersucht hatte, zu demselben
Zwecke sich zu bemühen, eine vortreffliche Handschrift in
Constantinopel aufzufinden. Herr Chälidy erwarb sich aber
auch das Verdienst, diesen werthvollen Fund durch den Druck
sofort allgemein zugänglich zu machen, und seine Ausgabe des
Labyd liegt nun vor. 1
Hiedurch ist die Möglichkeit gegeben, diesen alten, bisher
nur durch ein einziges grösseres Gedicht, die sogenannte Mo'allakah,
und eine Anzahl von Bruchstücken bekannten Dichter näher
zu prüfen. Es kam mir hiebei der Umstand zu statten, dass ich
das Originalmanuscript, nach welchem Chälidy seine Ausgabe
veranstaltet hat, benützen und mit dem gedruckten Texte
genau vergleichen konnte.
Diese Handschrift ist vorzüglich. Sie datirt vom Jahre
589 H. (1193 n. Chr.) und ward in Kairo für die Bibliothek
eines hohen Herrn, dem der Titel Emyr und Isfahsälär beigelegt
wird, von einem Fachgelehrten in festem, deutlichem
1 Unter dem Titel: Der Diwan des Lebid, nach einer Handschrift herausgegeben
von Jusuf Dijä-ad-din alchälidi. Wien, 1880. In Commission
hei Carl Gerolds Sohn.