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Büdinger.
Form der Unsterblichkeit. , Aditi ist alle Götter, 1 wenn auch
der Rigveda (I, 160, 2) ganz wohl behaupten kann, dass die
Gottheiten des Himmels und der Erde (Dyaus 2 und Prthwi)
,weit ausgedehnt, ungeheuer, unermüdlich, Vater und Mutter
seien aller Creaturenh 3
Mit diesem Begriffe der Aditi dürfte Wuotan’s Bedeutung,
wie sie Jacob Grimm 4 fasste, wohl am nächsten stimmen.
Grimm erörtert zunächst die Ableitung des Wortes und bemerkt
dazu: ,hienach scheint Wuotan, Odinn das allmächtige,
alldurchdringende Wesen, . . . die alldurchdringende, schaffende
und bildende Kraft . . ., seine Verehrung muss in undenkliche
Zeiten hinaufreichen 1 .
Wenn aber Jacob Grimm ferner eine entsprechende
Aeusserung über Jupiter bei einem von so vielfachen Eindrücken
beeinflussten späten Dichter wie Lucan zu weitem
Beweise beibringt, so kann man doch diese Aeusserung für
die Aufstellung einer römischen Analogie nicht und um so
weniger zulassen, als die Identität des indischen und italischen
Himmelsgottes (Dyauspita, Diespiter) ja unbestritten ist und
mit ihr die Thatsache, dass in Beiden nicht der Urgrund der
1 Muir, original Sanskrit texts V, 43 aus dem Atharvaveda VII, 6. Alfred
Ludwig, Rigveda III (1878), 533 gibt die Stelle so wieder: Aditi ist der
Himmel, Aditi der Luftraum, Aditi ist Mutter, Vater und Sohn, alle
Götter sind Aditi.
2 Wie dieser doch durchaus über Varuna und Mitra steht, erörtert A. Ludwig,
Rigveda III, 312.
3 Nach Muir's Angabe muss ich doch zur Orientierung auf einige Aeusserungen
der spätem indischen Literatur über Aditi hinweisen. Sie beginnen
schon im letzten Theile des Rigveda (X, 72): ,in dem letzten
Götterzeitalter entsprang das Existierende von dem Nichtexistierenden.
— Daxa‘ — d. h. nach R. Roth die geistige Kraft — ,entsprang von
Aditi. Aditi [kam] hervor aus Daxa; denn Aditi ward hervorgebracht,
sie, welche Deine Tochter ist, o Daxa. 4 In der That ist nach Kant (vgl.
oben S. 494, Anm. 2) der Raum nur eine reine Form sinnlicher Anschauung.
,Nach ihr kamen die Götter zur Existenz, wohlthätig, Genossen
der Unsterblichkeit. 4 Schon Nirukta XI, 23 fand das zu schwer
für die Abstammung Aditi’s und schlägt die ganze gehaltvolle Erörterung
nieder: ,Wie kann dies sein? Sie mögen den gleichen Ursprung gehabt
haben ! 4
4 Deutsche Mythologie I, 120, 121, 149.