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Büdinger.
Mit der hesiodeischen Themis kommen wir zu einer Reihe
von Differenzierungen dieser eigenartigen, ausserhalb des Kreises
der regierenden Götter waltenden Gottheit. Sie gebärt zuerst
die Horen, dann die Mören.
Der Name der Horen wird von Georg Curtius 1 als ,Jahreszeit,
Zeit, Blüthe' erklärt, und derselbe vergleicht das neutrale
yäre im Zend, welches unserem deutschen Jahr nach Laut
und Bedeutung vollkommen entspricht. ,Der Thalamos der
Horen schliesst sich auf im Frühjahr', wie Pindar in einem
Fragmente sagt. 2
Es wird doch wohl die älteste hellenische Auffassung sein,
welche diese Zeitengottheiten, die Horen, in zwei gleichlautenden
Stellen 3 der Odyssee zu ,Hüterinnen des Himmels und
Olympes' macht, sonach wiederum zu einer neben den Göttern
waltenden und sie einschränkenden göttlichen Kraft. Aber
dieser harte Gegensatz fand doch bei den Griechen eine sehr
artige und das religiöse Gemüth befriedigende Lösung, indem
die Götterwohnung Pforten erhielt, die sich von selbst, ob
auch knarrend, bei der Ausfahrt von Göttern eröffnen.
Diese erhabene Auffassung des Berufes der Horen ist
aber früh einer andern gewichen.
Wie Pindar sie hehr und glückbringend schildert, haben
wir 4 gesehen. In dem Liede auf einen aus Korinth gebürtigen
Sieger preist er dessen Stadt als Sitz der Horen, denen er die drei
schon bei Hesiod auftretenden und sogleich weiter zu erwägen-1
Griechische Etymologie 254 mit reichlichen polemischen Bemerkungen.
2 Welcker, griechische Götterlehre III, 10.
3 Ilias V, 748—752; VIII, 392—396:
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tt) pa 8t’ auxatov xsvxprjvEx^a? lyov ijucou^.
Den vorletzten Vers habe ich zu athetieren gewagt, weil er eine schöne
und kräftige altertümliche Vorstellung von ehernen Pforten des Götterhauses
durch eine ziemlich platte Erklärung mit Gewölk zu beseitigen
sucht, die wohl in der Peisistratidenzeit entstanden sein mag, von neueren
Forschern aber um Sarameiya’s und anderer täuschender indischer Analogien
willen nicht gebilligt werden sollte.
4 Vgl. oben S. 500, Anm. 3.