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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Henry  More  und  diu  vierte  Dimension  des  Raumes.

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Ein  Raum  von  vier,  fünf  und  mehr  Dimensionen  lässt
sich  daher  ebensogut  wie  einer  von  dreien  der  Rechnung  unterwerfen, ­
  vorausgesetzt,  dass  wir  darauf  verzichten,  von  den  auf
diesem  Wege  entwickelten  Raumgebilden  jemals  so,  wie  es  bei
den  aus  dem  dreidimensionalen  Raume  hervorgehenden  der
Fall  ist,  eine  anschauliche  Erfahrung  haben  zu  wollen.  Andererseits ­
  lässt  sich  ein  Raum  von  vier,  fünf  und  mehr  Dimensionen
so  wenig  durch  das  dreidimensionale  Glas  unserer  menschlichen
Raumanschauung  überschauen,  dass  dasjenige,  was  eventuell  in
der  vierten,  fünften  oder  irgend  einer  weiteren  Dimension  desselben ­
  geschähe,  für  das  menschliche  Raumauge  nothwendig
unsichtbar  bleiben,  beziehungsweise  durch  seinen  Uebertritt
in  eine  der  genannten  Dimensionen  für  dieses  letztere  verschwinden ­
  müsste.
In  diesem  Sinne  haben  Zoellner  und  Andere  unter  Berufung ­
  auf  Kant  die  vierte  Dimension  des  Raumes  als  diejenige ­
  (der  dreidimensionalen  menschlichen  Raumanschauung
unzugängliche)  Region  bezeichnet,  in  welche  Gegenstände
unter  gewissen  Umständen  aus  dem  Bereiche  der  anschaubaren
Raumwelt  über,  oder  aus  welcher  sie  in  diese  wieder  zurücktreten ­
  können.  Dieselbe  macht  daher  denjenigen  Raum  aus,
in  welchen  der  in  More’s  oben  angeführtem  Beispiel  eintretende
Ueberschuss,  welchen  der  nach  seinen  bisherigen  drei  Dimensionen ­
  bereits  erfüllte  Raum  nicht  mehr  zu  fassen  vermag,
abzufliessen  vermöchte,  wenn  es  bei  der  von  More  postulirten
Möglichkeit  der  Wesensessenz  des  Geistes,  sich  beliebig  zu
verdünnen  und  zu  verdichten,  noch  überhaupt  eines  solchen
Reserveraums  bedürfte.
Unter  den  Zeugen  für  die  vierte  Dimension  im  Sinne
Kants  und  des  Spiritismus,  wird  More  weiterhin  kaum  angeführt ­
  werden  dürfen.  Seine  Naturphilosophie  ist  neben  mystischen ­
  und  kabbalistischen  Elementen,  welche  dieselbe  in  nächste
Nähe  der  phantastischen  Träumereien  beider  Van  Helmonts
und  Anderer  stellen,  und  zu  welchen  seine  Lehre  von  der
Ausdehnung  der  Geister  und  sein  Glaube  an  deren  willkürliches ­
  sich  Erweitern-  und  Zusammenziehenkönnen  gehört,
von  empirischen  und  physikalischen  Einflüssen  der  seit  Descartes
  und  Gilbert  mächtig  vordrängenden  Erfahrungswissenschaften ­
  bewegt,  wobei  die  dem  englischen  Nationalgeist  vorzugs-Siizntigsher.
  d.  phil.-hist.  CI.  XCVUI.  Bd.  II.  Hft.  29
            
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