Henry More und die vierte Dimension des Raumes.
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nach dein Gesetze der Trägheit beharrt, bis er von aussen
durch eine mechanisch wirkende Ursache (Stoss, Schlag etc.)
eine Abänderung derselben erleidet, während der Geist das
Vermögen besitzt, seine räumlichen Grenzen freiwillig und beliebig
aus eigener Kraft zu erweitern oder zusammenzuziehen.
Da die Masse des Körpers in ihrer Starrheit aus ebenso starren
körperlichen Elementen (physischen Einheiten, Korpuskeln,
Globuli etc.) zusammengesetzt ist, deren jedes für die übrigen
undurchdringlich ist, so kann bei völlig erfülltem Raum eine
Verminderung des Volumens nur bei entsprechender Verminderung
der Masse stattfinden, d. h. die absolute Dichtigkeit
bleibt immer dieselbe; weil dagegen der Geist als zwar ausgedehnte,
aber immaterielle Substanz weder aus Theilen bestehen
kann, noch den Anstoss zur Veränderung seiner Ausdehnung
von aussen durch eine mechanisch wirkende Ursache,
sondern von innen durch eine zwecksetzende Ursache (Intellect
und Wille) empfängt, so braucht die Veränderung seiner räumlichen
Grenzen keineswegs von einer entsprechenden Veränderung
seiner ,essentia' begleitet zu sein, nur deren relative
Dichtigkeit wird entsprechend eine andere.
Der fundamentalen Schwierigkeit, der die gewöhnliche
Auffassung darin begegnet, zugeben zu sollen, dass in einem
gegebenen Raume mehr Inhalt enthalten sein solle, als derselbe
seinem Umfange nach zu fassen vermag, ist sich More
vollkommen bewusst. Er trägt seine Annahme der ,vierten
Dimension' mit einer gewissen Aengstlichkeit vor, als ob er
voraussehe, dass er damit bei Metaphysikern wie Physikern
sich in den Verdacht eines Phantasten bringen müsse; wie
man aus einer später anzuführenden Aeusserung von Leibnitz
sieht, ist seine Besorgniss nicht grundlos gewesen. Die Entwicklung
seiner Hypothese leitet er, wie ein Eingeständniss,
mit der Bemerkung ein, dass er nichts verhehlen wolle (ut
nihil dissimulem). Die Annahme selbst bezeichnet er nicht als
eine ,zulässige' (admissibilis), sondern als eine ,zuzulassende'
(admittendo), weil, während man bei allen materiellen Dingen
mit den bekannten drei Dimensionen zur Erklärung vollkommen
ausreiche, bei den Geistern Erscheinungen Vorkommen, welche
über dieselben hinausgehen. Er leitet also das, was er die vierte
Dimension der Geister nennt, nicht aus dem Begriff, sondern