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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Henry  More  und  die  vierte  Dimension  des  Raumes.

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ausgedehnten  Raum,  der  weitere,  dass  für  das  Zusammensein
des  Immateriellen  mit  dem  Materiellen  das  nur  auf  das  Zusammensein ­
  des  Materiellen  mit  Materiellem  eingeschränkte
Gesetz  der  Undurchdringlichkeit  nicht  besteht,  macht  das
gleichzeitige  Bei-,  Mit-  und  Ineinanderwohnen  beider  in  demselben ­
  Raume,  d.  i.  die  Durchdringung  der  Körper-  seitens
der  Geisterwelt,  möglich.  Aus  Ersterem  folgt,  dass  die  Ausdehnung ­
  beider  Welten  —  der  immateriellen  wie  der  materiellen ­
  —  der  des  von  ihnen  erfüllten  Raumes  gleichartig,  also
dreidimensional  sein  muss;  aus  dem  letztem  folgt,  dass,  weil
für  das  Zusammensein  des  Immateriellen  mit  dem  Materiellen
das  Gesetz  der  körperlichen  Undurchdringlichkeit  nicht  besteht, ­
  an  demselben  Ort  im  Raum,  welcher  bereits  nach  allen
drei  Dimensionen  durch  Materie  ausgefüllt  ist,  gleichzeitig  ein
Immaterielles  ohne  Störung  des  einen  durch  das  andere  Platz
findet.
Wenn  der  mit  Immateriellem  erfüllte  Raum  in  Bezug
auf  die  eintretende  Materie  wirklich  wie  leerer  Raum  wäre,
so  wäre  an  dessen  doppelter,  stetiger  Erfüllung  mit  Immateriellem ­
  und  Materiellem  kein  Anstoss  zu  nehmen.  Schwerer
scheint  es  zu  fassen,  wie  der  bereits  erfüllte  Raum  leer  oder
wie  der  leere  erfüllt  heissen  kann.  Wäre  der  Geist,  wie  die
Nullibisten  behaupten,  räumlich  betrachtet,  wirklich  nichts,  so
wäre  ein  Raum,  der  mit  Nichts  erfüllt  wäre,  allerdings  leerer
Raum.  Da  nach  More  aber  die  Geister  wirklich  existirende,
und  zwar  im  Raum  ausgedehnt  existirende  Wesen  sein  sollen,
so  ist  ein  mit  Geistern  erfüllter  Raum  nicht  mit  Nichts,  sondern ­
  mit  Etwas,  und  zwar  etwas  Wirklichem  angefüllter  Raum,
also  nicht  leer.  Der  Widerspruch,  der  darin  liegt,  dass  ein
und  derselbe  Raum  zugleich  leer  und  nicht  leer,  erfüllt  und
nicht  erfüllt  gedacht  werden  soll,  wird  dadurch  auszugleichen
gesucht,  dass  derselbe  in  einer  Hinsicht  in  Bezug  auf  einen
immateriellen  Inhalt  als  erfüllt,  in  einer  andern  in  Bezug  auf
einen  materiellen  Inhalt  als  leer  erscheint  —  beide  aber,  der
materielle  und  der  immaterielle  Inhalt,  sich  untereinander
vertragen.
Letzteres  nun  ist  nur  möglich,  entweder  wenn  der  Raum
eine  andere  Beschaffenheit  hat,  als  ihm  die  Geometer,  oder  jener
Inhalt  eine  andere,  als  ihm  die  Physiker  und  Metaphysiker
            
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