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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Henry  More  uud  die  vierte  Dimension  des  Raumes.  433
sondern  vielmehr  Anderes  (aliud)  von  ihr  als  dessen  Anderem
getragen  wird,  so  sind  Geist  und  Raum  im  eminenten  Sinne
Substanz,  jener,  weil  die  sogenannten  geistigen  Eigenschaften
des  Denkens  und  Wollens  nicht  ohne  denselben  als  deren
Träger  —  dieser,  weil  die  körperlichen  Substanzen  und  materiellen ­
  Dinge  nicht  ohne  den  Raum  als  deren  aufnehmendes
und  dieselben  umschliessendes  Gefäss  gedacht  werden  können;
letztere  bilden  in  ihrer  materiellen  Masse  gleichsam  den  ausfüllenden ­
  Inhalt,  zu  welchem  der  Raum  in  seiner  unkörperlichen
Ausdehnung  die  leere,  aber  durch  jene  erfüllbare  Form  darstellt. ­
  Unter  einander  unterscheiden  sich  beide  unkörperliche
Wesenheiten,  Geist  und  Raum,  dadurch,  dass  der  Geister  viele
sind,  während  der  Raum  nur  einer  ist;  dass  die  Geister  Beweglichkeit ­
  und  von  innen  heraus  bestimmte  Bewegung  besitzen,
während  zwar  alle  überhaupt  mögliche  Bewegung  im  Raum
erfolgt,  der  Raum  als  solcher  aber  unbeweglich  bleibt;  dass  die
Geister  mit  Ausnahme  des  einen,  welcher  Gott  ist,  nur  endliche
Eigenschaften,  und  folglich  als  entia  extensa  nur  endliche  Ausdehnung ­
  besitzen,  während  der  Raum,  dessen  Ausdehnung  alle
überhaupt  mögliche  Ausdehnung  umfasst,  nothwendigerweise
unendliche  Ausdehnung  haben  muss.  Derselbe  ist  durch  seine
Immaterialität  allen  Geistern  insgesammt,  durch  seine  Einzigkeit ­
  und  —  was  die  Ausdehnung  betrifft  —  Unendlichkeit  aber
dem  gleichfalls  einzigen  unendlichen  Geist  unter  den  Geistern,
Gott,  insbesondere  verwandt,  und  daher  zunächst  zum  Vermittlungsorgan ­
  zwischen  diesem,  der  als  unendlicher,  und  allem
Uebrigen,  welches  als  Endliches  (Geistiges  und  Körperliches)
un  unendlichen  Raume  ist,  berufen  und  geeignet.
Die  immaterielle  Natur  des  Raumes,  die  ihn  zur  Aufnahme
der  ihm  wesensverwandten  immateriellen,  endlichen  Geisterwelt ­
  geschickt  erscheinen  lässt,  schliesst  die  gleichzeitige  Aufnahme ­
  der  wesenhaft  verschiedenen  materiellen  Welt  der
körperlichen  Dinge  nicht  nur  nicht  aus,  sondern  erfordert  sie
sogar.  Eine  Nothwendigkeit  der  Ausschliessung  der  materiellen
von  dem  mit  einer  immateriellen  Welt  bereits  erfüllten  Raum
würde  nur  dann  stattfinden,  wenn  beide,  die  materielle  und
immaterielle  Welt,  zu  einander  sich  so  verhielten,  wie  nach
der  Lehre  der  empirischen  Physik  je  zwei  im  Raume  befindliche ­
  Theile  der  materiellen  Welt  sich  wirklich  verhalten;  für
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