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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Zimmer  mann.

der  Kaum  als  (mathematisches)  continuum  aus  unendlich  vielen
Theilen  besteht,  so  folgt,  dass  jeder  denselben  erfüllende  Inhalt
gleichfalls  aus  unendlich  vielen  Theilen  bestehen  muss,  oder
auf  das  Yerhältniss  zwischen  dem  Raum  des  Leibes  und  der
denselben  erfüllenden  Seele  angewandt,  es  folgt;-  da  der  Raum
des  Leibes  aus  Theilen  und  zwar  aus  unendlich  vielen  besteht,
dass  die  denselben  ausfüllende  Seele  gleichfalls  aus  solchen
und  zwar  in  gleicher  Menge  bestehen  müsse.
Spinoza  und  Leibnitz,  die  philosophischen  Nachfolger  und
theilweisen  Zeitgenossen  More’s  haben  sich  durch  ähnliche
Bedenken  bewegen  lassen,  bei  der  Cartesianischen  Annahme
der  Nichtausdehnung  des  Seele  zu  beharren.  Ersterer  mit  dem
Vorbehalt,  dass  die  Seele  ebensowenig  ausgedehnte,  wie  unausgedehnte ­
  Substanz,  weil  überhaupt  nicht  Substanz,  sondern
blosser  Modus  des  Attributs  einer  solchen  sei:  letzterer  mit
der  Einschränkung,  dass  die  Unausgedehntheit  der  Seele  nicht
ausschliesse,  dass  derselben  ein  Ort  im  Raum,  wenngleich  kein
nach  einer  der  drei  Dimensionen  desselben  hin,  wenn  auch  in
noch  so  kleinem  Maasse  ausgedehnter,  sondern  der  schlechthin
einfache  des  sogenannten  mathematischen  Punktes  zukomme.
Wenn  Seele  und  Leib,  wie  Spinoza  behauptete,  beide  nichts
weiter  als  modi  der  beiden  von  einander,  nur  als  solche  unterschiedenen ­
  Attribute  des  Denkens  und  der  Ausdehnung  derselben
Substanz,  demnach  ihrer  wesenhaften  Natur  nach  beide  ein  und
dasselbe  sind,  so  bietet  weder  die  Harmonie  ihrer  beiderseitigen
Veränderungen  noch  die  Gegenwart  der  denkenden  Seele  im
ausgedehnten  Leibe  fundamentale  Schwierigkeiten  dar,  da  beide
ja  nur  verschiedene  Ansichten  und  Seiten  der  in  sich  ungeschiedenen ­
  identischen  Substanz  ausmachen.  Hört  dagegen,  wie
Leibnitz  behauptete,  diejenige  Substanz,  die  nur  einen  theillosen
  Ort  im  Raum  einnimmt,  folglich  selbst  keine  Theile  besitzen ­
  kann,  nothwendig  auf  materiell  zu  sein,  so  muss  die
gesammte  Materie,  da  sie  als  den  continuirlichen  Raum  erfüllendes ­
  continuum  in  ihrem  letzten  Grunde  nothwendig  aus
solchen  Elementen  bestehen  muss,  die  nur  ein  Raumelement,
d.  i.  einen  theillosen  Ort  im  Raum  einnehmen,  in  ihrem  letzten
Grunde  aufhören  materiell  zu  sein,  das  heisst,  das  einzige  wahrhaft ­
  Wirkliche  müssen  einfache  Substanzen,  immaterielle  Atome,
oder,  wie  er  sich  ausdrückt,  metaphysische  Punkte  (Monaden)
            
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