Henry More und die vierte Dimension des Raumes.
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Gefahr, die Seele als theilbar, andererseits zu der Folgerung,
einen blossen Theil der Seele als selbstständig empfindende
Seele denken zu müssen, wodurch die Einheit derselben verletzt
und aus einer substantiellen in eine blos collective, die
Eine Seele in eine Summe selbstständiger und von einander
unabhängiger Seelchen verwandelt wird. Schreiten wir aber,
beides zu vermeiden, wie die Holenmerianer zu der Annahme
fort, dass die Seele zwar in der Wunde ganz, aber nichtsdestoweniger
in ihrem ursprünglichen Ort unvermindert befindlich
sei, so haben wir nicht mehr eine, sondern eine verdoppelte
Seele angenommen.
Die immaterielle aber ausgedehnte Seele begegnet all
diesen Schwierigkeiten; nichts hemmt dieselbe ihre Ausdehnung
bis zu dem Punkt der zu erleidenden Einwirkung d. i. bis
zu dem leiblichen Sitze der Wunde zu erweitern, ohne dabei
irgend einen der bisher von ihr ausgefüllten Räume sich selbst
überlassen zu müssen. Zwischen dem Ort der Wunde und
dem bis zu demselben fortgeschrittenen Raum der Seele besteht
keine Distanz, kein leerer Zwischenraum mehr, der einen salto
mortale der Einwirkung nöthig machte. Die so räumlich erweiterte
Seele hat aber darum weder einen ihrer vorher eingenommenen
Orte im Leibe verlassen, noch sich in einzelne
selbstständige Theile aufgelöst, sie ist ganz und völlig die eine
und mit sich identische geblieben, gleichviel, ob der Raum,
innerhalb dessen sie sich ausdehnt, vermehrt, vermindert, oder
derselbe geblieben sei. Die Ausdehnung der Seele inmitten des
gleichfalls räumlich ausgedehnten Leibes macht dieselbe fähig,
in allen Theilen desselben zugleich d. h. im Leibe allgegenwärtig
zu sein, ohne dazu eine itio in partes erforderlich zu
machen.
Allerdings, wie es möglich sei, dass die Seele einen Raum,
der aus Theilen besteht (e partibus constat) erfülle, ohne dass
dabei ihrerseits ein Zergehen in Theile (itio in partes) sich
einstelle, hat der mehr phantasievolle als exact zu denken gewohnte
Metaphysiker zu zeigen unterlassen. Die stetige Ausfüllung
des Raumes setzt die Erfüllung eines continuum’s durch
ein anderes continuum voraus, dass heisst, sie macht unerlässlich,
dass für jeden Bestandtheil des einen ein correspondirender
Bestandteil in dem andern continuum zu finden sei. Da nun