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Z immermann.
Seele, auf jeden dazwischenliegenden Punkt bis auf den ,nächsten'
und von diesem endlich auf die Seele übertragen, so ist der
Umstand zu bemerken, dass die Reihe dieser Punkte entweder,
wie in der geometrischen Linie unendlich, so dass zwischen je
zwei Punkten sich ein dritter, oder, wie in der physikalischen
Linie, endlich ist, so dass zwischen je zwei Punkten leerer
Raum sich befindet. Findet das erstere statt, so gibt es überhaupt
keinen nächsten Punkt, folglich auch keinen dem Orte
der Seele ,zunächst' gelegenen; findet das letztere statt, so ist
zwar jeder inmitten des Ortes der Wunde auf der einen und
des Ortes der Seele auf der anderen Seite gelegene Punkt der
Linie für zwei andere derselben, den ihm vorangehenden und
den ihm nachfolgenden der nächste; aber da zwischen je zwei
Punkten leerer Raum sich befindet, so kann die Uebertragung
zwischen je zwei Punkten nur vermittelst eines Sprunges über
die Leere statthaben, d. h. die Schwierigkeit, welche die actio
in distans — das Verursachen oder Erleiden einer Wirkung an
einem Orte, wo sich das Wirkende oder das Leidende nicht befindet
— enthält, besteht nicht blos für den Ort der Wunde
und den davon entfernten Ort der Seele, sondern kehrt für je
zwei Punkte der dazwischen gelegenen Entfernung wieder.
Lag hier der Anstand darin, dass die Seele von einer
entfernten Ursache eine Einwirkung empfangen, so besteht sie
im zweiten der obigen Fälle darin, dass die Seele zu jener
entfernten Ursache sich hinbewegen soll, ohne dadurch den Rest
des von ihr bewohnten Leibes ihrer Gegenwart zu berauben.
Stellen wir uns den Vorgang in der Weise vor, dass die Seele,
um das Schmerzgefühl der Wunde empfinden zu können, sich
in die Wunde selbst versetzen muss, so schwindet zwar die
Schwierigkeit, welche die räumliche Entfernung des Empfindenden
von dem Empfindung Verursachenden erzeugt, weil der
momentane Ort des einen mit dem des anderen zusammenfällt,
allein, indem die Seele sich ganz in die gefühlte Wunde versenkt,
wird sie aus allen übrigen Theilen des Leibes gleichsam
heraüsgezogen, oder was dasselbe ist, der ganze Leib mit Ausnahme
jener Wunde momentan zur Seelenlosigkeit verurtheilt.
Nehmen wir, dem zu entgehen, dagegen an, dass nur ein Theil
der Seele seinen ursprünglichen Ort verlassen und sich in den
der Wunde hineinversetzt habe, so gerathen wir einerseits in die