Henry More und die vierte Dimension des Raumes.
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Verhältnisses ist, dass, sobald in einem Ttieile des Leibes eine
körperliche Veränderung, z. B. eine Wunde vorhanden ist,
zwar in der Seele eine dem entsprechende Veränderung, z. B.
ein Wundgefiihl entsteht, aber weder die Wunde als solche
empfunden, noch das Schmerzgefühl durch diese verursacht wird,
sondern die Gottheit in Folge ihrer Allmacht bewirkt, dass in
beiden von einander gänzlich unabhängigen Substanzen beide
dem Inhalt nach auf einander bezügliche Vorgänge vor sich
gehen. Dem gegenüber macht More in Folge der von ihm
behaupteten Räumlichkeit des Geistes geltend, dass die Seele,
weil im Raume, auch im Leibe befindlich sein und folglich die
im letzteren vor sich gehenden Veränderungen von jener unmittelbar
empfunden werden können. Da aber z. B. die Wunde,
die als die Ursache des Schmerzgefühls betrachtet wird, nur
in einem Theil des Leibes angetroffen wird, während die Seele,
obgleich im Leibe, möglicherweise in einem anderen Theile
desselben sich aufhält, so entsteht mit der Beseitigung der
Unräumlichkeit der Seele und der Behauptung der Existenz
derselben in einem Orte des Leibes eine neue Schwierigkeit.
Es erhebt sich die Frage, ob die Seele, die an einem, während
die Wunde an einem anderen Orte des Leibes ist, letztere
empfinden d. h. eine Einwirkung von derselben von einem
Ort aus, wo sie nicht ist, erleiden könne, ohne sich vorher zu
derselben hinbewegt zu haben, oder ob die Seele, indem sie
im Leibe ist, an allen Orten desselben zugleich und völlig
gegenwärtig sei. Soll ersteres der Fall sein, so setzt es voraus,
dass die Einwirkung der Wunde von dem Orte derselben bis
zu demjenigen, wo sich die Seele befindet, sich fortgepflanzt
d. h., dass sie auf jeden der dazwischen gelegenen Punkte bis
zu demjenigen, welcher dem Orte der Seele ,zunächst' ist, sich
übertragen hat — soll das letztere der Fall sein, so setzt dies
voraus, entweder, dass die Seele im Umkreis des Leibes sich
in unaufhörlicher Bewegung befinde, also ,während sie an
einem Orte ist, an allen übrigen nicht sei', oder, dass sie in
jedem Theile des Leibes nur theilweise gegenwärtig, oder dass,
wenn sie in jedem Theile ganz, sie, wie schon oben bemerkt,
ihr eigenes Vielfaches sei.
Keiner der angeführten Fälle ist ohne Bedenken. Soll
sich die Einwirkung von dem Orte der Wunde zum Orte der