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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Henry  More  und  die  vierte  Dimension  des  Raumes.

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Verhältnisses  ist,  dass,  sobald  in  einem  Ttieile  des  Leibes  eine
körperliche  Veränderung,  z.  B.  eine  Wunde  vorhanden  ist,
zwar  in  der  Seele  eine  dem  entsprechende  Veränderung,  z.  B.
ein  Wundgefiihl  entsteht,  aber  weder  die  Wunde  als  solche
empfunden,  noch  das  Schmerzgefühl  durch  diese  verursacht  wird,
sondern  die  Gottheit  in  Folge  ihrer  Allmacht  bewirkt,  dass  in
beiden  von  einander  gänzlich  unabhängigen  Substanzen  beide
dem  Inhalt  nach  auf  einander  bezügliche  Vorgänge  vor  sich
gehen.  Dem  gegenüber  macht  More  in  Folge  der  von  ihm
behaupteten  Räumlichkeit  des  Geistes  geltend,  dass  die  Seele,
weil  im  Raume,  auch  im  Leibe  befindlich  sein  und  folglich  die
im  letzteren  vor  sich  gehenden  Veränderungen  von  jener  unmittelbar ­
  empfunden  werden  können.  Da  aber  z.  B.  die  Wunde,
die  als  die  Ursache  des  Schmerzgefühls  betrachtet  wird,  nur
in  einem  Theil  des  Leibes  angetroffen  wird,  während  die  Seele,
obgleich  im  Leibe,  möglicherweise  in  einem  anderen  Theile
desselben  sich  aufhält,  so  entsteht  mit  der  Beseitigung  der
Unräumlichkeit  der  Seele  und  der  Behauptung  der  Existenz
derselben  in  einem  Orte  des  Leibes  eine  neue  Schwierigkeit.
Es  erhebt  sich  die  Frage,  ob  die  Seele,  die  an  einem,  während
die  Wunde  an  einem  anderen  Orte  des  Leibes  ist,  letztere
empfinden  d.  h.  eine  Einwirkung  von  derselben  von  einem
Ort  aus,  wo  sie  nicht  ist,  erleiden  könne,  ohne  sich  vorher  zu
derselben  hinbewegt  zu  haben,  oder  ob  die  Seele,  indem  sie
im  Leibe  ist,  an  allen  Orten  desselben  zugleich  und  völlig
gegenwärtig  sei.  Soll  ersteres  der  Fall  sein,  so  setzt  es  voraus,
dass  die  Einwirkung  der  Wunde  von  dem  Orte  derselben  bis
zu  demjenigen,  wo  sich  die  Seele  befindet,  sich  fortgepflanzt
d.  h.,  dass  sie  auf  jeden  der  dazwischen  gelegenen  Punkte  bis
zu  demjenigen,  welcher  dem  Orte  der  Seele  ,zunächst'  ist,  sich
übertragen  hat  —  soll  das  letztere  der  Fall  sein,  so  setzt  dies
voraus,  entweder,  dass  die  Seele  im  Umkreis  des  Leibes  sich
in  unaufhörlicher  Bewegung  befinde,  also  ,während  sie  an
einem  Orte  ist,  an  allen  übrigen  nicht  sei',  oder,  dass  sie  in
jedem  Theile  des  Leibes  nur  theilweise  gegenwärtig,  oder  dass,
wenn  sie  in  jedem  Theile  ganz,  sie,  wie  schon  oben  bemerkt,
ihr  eigenes  Vielfaches  sei.
Keiner  der  angeführten  Fälle  ist  ohne  Bedenken.  Soll
sich  die  Einwirkung  von  dem  Orte  der  Wunde  zum  Orte  der
            
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