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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Henry  More  und  die  vierte  Dimension  des  Raumes.

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der  unendliche  Geist,  an  allen  Orten  zugleich  ist,  gefolgert
werden,  dass  er  das  Vielfache,  oder,  wie  der  unendliche  Geist,
das  unendliche  Vielfache  seines  eigenen  Wesens  sei.
Der  unkörperliche  Geist,  der  im  unkörperlichen  Raum
einen  Ort  einnimmt,  bleibt  unkörperlich;  der  allgegenwärtige
Geist,  der  an  allen  Orten  des  Raumes  zugleich  gegenwärtig
ist,  ist  an  jedem  Orte  des  Raumes  als  derselbe  gegenwärtig.
Von  den  Sätzen,  auf  welche  diese  Beweisführung  sich
stützt,  müssen  zwei  begreiflicherweise  das  meiste  Befremden
erregen.  Der  eine  derselben,  der  allem,  was  keine  Ausdehnung
besitzt,  die  Existenz  ab-,  und  jedem,  das  Existenz  besitzt,  die
Ausdehnung  zuspricht,  ist  direct  gegen  die  idealistische  Seite,
der  andere,  dass  der  Raum  überhaupt  Substanz  und  zwar  eine
unkörperliche  sei,  ist  direct  gegen  die  materialistische  Seite
des  Cartesianismus  gerichtet.  Durch  jenen  soll  dargethan
werden,  dass  auch  dem  Geist,  ja  selbst  der  Gottheit,  weil  und
insofern  beide  Existenz  besitzen,  Ausdehnung  zugestanden
werden  müsse.  Durch  diesen  soll  behauptet  werden,  dass  die
Ausdehnung,  weil  sie  als  solche  nichts  weiter  als  Raum  und
folglich  unkörperlich  ist,  nicht  die  wesentliche  Natur  der  Materie ­
  ausmachen  könne.  Durch  den  ersten  soll  im  Gegensatz
gegen  die  Nullibisten  dem  Geist  ein  Ort,  aber  auch  im  Gegensatz ­
  gegen  diejenigen  Metaphysiker,  welche,  wie  Aristoteles
(und  später  Leibnitz)  dem  Geist  einen  einfachen  Ort,  das  ist:
einen  (mathematischen)  Punkt  im  Raume  zuweisen,  mehr  als
ein  einfacher  Ort,  also  ein  nach  drei  Dimensionen  ausgedehnter
Theil  des  Raumes  als  Sitz  angewiesen  werden.  Durch  den
zweiten  soll  im  Gegensatz  gegen  die  Geometer,  welche,  wie
Cartesius,  den  Raum  mit  der  Materie  identificiren,  der  Materie
eine  von  jener  des  Raumes  unterschiedene  Wesensbeschaffenheit
beigelegt,  dieselbe  zwar  als  im  Raume  befindlich  und  denselben
erfüllend,  als  an  den  Eigenschaften  desselben,  d.  i.  an  seiner
Dreidimensionalität,  theiinehmend,  aber  keineswegs  durch  diese
in  ihrer  specifischen  Natur  erschöpft,  dargestellt  werden.
Zwar  hatte  schon  Plobbes  gelehrt,  dass,  was  keine  Ausdehnung ­
  besitze,  auch  keine  Existenz  beanspruchen  könne,
aber  er  hatte  daraus  die  (materialistische)  Folgerung  gezogen,
dass,  weil  der  Geist  keine  Ausdehnung  habe,  eben  darum
derselbe  auch  keine  Realität  besitzen  könne.  Zwischen  der
            
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