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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Zimmer  mann.

Mit  der  metaphysischen  Schwierigkeit,  die  in  der  qualitativen ­
  Verschiedenheit  materieller  und  geistiger  Essentia  gelegen ­
  ist,  ist  das  physikalische  Bedenken  der  actio  in  distans
durch  die  Einführung  des  Raums  in  die  Welt  des  Immateriellen
zugleich  überwunden.  Wenn  jene  darin  bestand,  dass  Ungleiches
nicht  auf  Ungleiches  wirken  kann,  so  gipfelt  diese  darin,  dass
kein  Ding  wirken  kann,  wo  es  nicht  ist.  Der  Geist  als  unausgedehnter ­
  konnte  nicht  auf  die  ausgedehnte  Materie,  Gott,  der
wenn  schon  nicht  unräumliche,  doch  an  einem  bestimmten  Ort  im
Raume  befindliche,  kann  nicht  zugleich  auf  das  an  anderen  Orten
des  Raumes  Befindliche  wirken.  Schwindet  ersterer  Einwand,
sobald  wir  mit  More  voraussetzen,  dass  die  Ausdehnung  im  Raume
mit  dem  Wesen  des  Geistes  verträglich  sei,  so  fällt  letzterer
hinweg,  sobald  wir  mit  ihm  weiter  folgern,  dass  mit  dem  Wesen
der  Gottheit  als  des  unendlichen  Geistes,  auch  die  unendliche
Ausdehnung  im  Raume  verträglich  und  folglich  der  überhaupt
im  Raume  befindliche  Gott  an  allen  Orten  des  Raumes  zugleich ­
  und  daher  allen  Theilen  der  den  Raum  in  unendlicher
Ausdehnung  erfüllenden  Materie  gleich  nahe  sei.
Durch  den  Nachweis  des  ersteren  wird  der  theistischen
Forderung  einer  im  ganzen  Umkreis  der  materiellen  Schöpfung
unausgesetzt  thätigen,  lebendigen  Mitwirkung,  durch  den  Nachweis ­
  des  letzteren  der  religiösen  Forderung  der  Allgegenwart
Gottes  in  allen  Theilen  der  Welt  Genüge  gethan.
More,  der  Vertreter  der  räumlichen  Allgegenwart  des
Geistes,  mag  weder  von  Nullibisten  noch  von  Holenmerianern
etwas  wissen.  Jenen,  zu  welchen  er  zwar  nicht  den  Cartesius,
aber  die  Cartesianer  rechnet,  welche  den  Geist  überhaupt  nicht  im
Raume,  also  ,nirgendwo*  (nullibi)  sein  lassen,  setzt  er  entgegen,
dass  alles,  was  ist,  ausgedehnt,  also  im  Raume  und  folglich
auch  an  einem  Orte  sei.  Diesen,  welche  zwar  zugeben,  dass
der  Geist  im  Raum,  aber  behaupten,  dass  in  jedem  Theil  des
von  ihm  eingenommenen  Raumes  der  ganze  Geist  sei,  hält  er
entgegen,  dass  auf  diese  Weise  der  Geist  in  dem  Grade  sein
eigenes  Vielfaches  sein  müsste,  als  der  Raum,  den  er  einnimmt,
Theile  besitzt.  Es  kann  weder  aus  dem  Umstand,  dass  der
Geist  etwas  anderes  als  die  Materie  ist,  die  Consequenz  gezogen ­
  werden,  dass  er  an  keinem  Orte  sei  —  noch  kann  aus
dem  Umstand,  dass  er  an  mehreren  Orten  zugleich,  oder,  wie
            
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