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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Zimmermann.

nur  Gleichartiges  auf  Gleichartiges  wirken  könne,  schlechterdings ­
  undenkbar,  dass  der  Geist  auf  den  Stoff  und  der  Stoff
auf  den  Geist  wirke  d.  h.  die  Ausschliessung  beider  vom
Causalverband,  wie  sie  der  Cartesianismus  ausspricht,  wäre
berechtigt.  Cartesius,  indem  er  den  Geist  als  unräumlich  bezeichnet, ­
  weshalb  er  von  More  ein  Nullibist  genannt  wird,  hat
ihn  dadurch  aus  der  Natur,  die  alles  Räumliche  umfasst,  zurückgezogen ­
  ;  More,  indem  er  den  Geist  in  die  Natur  zurückführen
will,  nimmt  deshalb  keinen  Anstand,  ihn  in  ein  Räumliches  zu
verwandeln.
In  ein  Räumliches,  wohl  —  aber  nicht  in  ein  Körperliches. ­
  Wenn  die  Räumlichkeit,  wie  es  Cartesius  will,  eins
mit  der  Körperlichkeit  wäre,  dann  hätte  der  Geist,  wenn  er,
wie  More  es  thut,  als  ein  Raumausfüllendes  bezeichnet  wird,
seine  Immaterialität  eingebiisst,  d.  h.  er  wäre  selbst  körperlich,
also  ein  materieller  Theil  der  materiellen  Natur  geworden.  Soll
er  als  räumlich  gewordener  Geist  nichtsdestoweniger  seine  Unkörperlichkeit ­
  behaupten,  so  muss  die  Räumlichkeit  selbst  eine
Unkörperlichkeit,  oder  die  Körperlichkeit  noch  etwas  anderes
als  blosse  Räumlichkeit  sein.
Hier  ist  der  Punkt,  wo  Cartesius  und  More  auseinander
gehen.  Cartesius  (princ.  phil.,  pars  II,  art.  16)  hatte,  weil  wir
aus  dem  Umstand,  dass  der  Körper  ausgedehnt  ist.  in  Länge,
Breite  und  Tiefe,  mit  Recht  schliessen,  der  Körper  sei  Substanz, ­
  da,  was  Nichts  wäre,  auch  keine  Ausdehnung  haben
könnte,  die  Folgerung  gezogen,  dasselbe  gelte  auch  von  dem
als  leer  vorausgesetzten  Raum,  da  dieser,  weil  er  ausgedehnt
sei,  nothwendig  Substanz  sein  müsse.  Bis  hieher  erklärt
sich  More  mit  demselben  einverstanden;  während  aber  Cartesius ­
  aus  seiner  Beweisführung  schliesst:  also  sei  derjenige
Raum,  den  wir  den  ,leeren'  nennen,  eben  die  körperliche
Substanz,  die  uns  Materie  heisst,  —  zieht  More  im  Gegentheil
  daraus  die  entgegengesetzte  Folgerung,  der  leere  Raum
sei  eine  andere  und  zwar  unkörperliche  Substanz,  oder  ein
Geist  (spiritus),  weil,  wie  er  längst  bewiesen  habe,  der  Raum
oder  der  ,innere  Ort'  von  der  denselben  erfüllenden  Materie
unterschieden  sei  (ego  e  contra  spatium  substantiam  quandam
esse  incorpoream  sive  spiritum  esse  concludo.  Ench.  met.  I,
p.  167).
            
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