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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Henry  More  und  die  vierte  Dimension  des  Raumes.

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Von  der  Unmöglichkeit,  im  Reiche  des  Körperlichen,  sei
es  als  Zweck-,  sei  es  als  wirkende  Ursache  wirksam  aufzutreten,
ist  auch  das  höchste  Unkörperliche,  die  Gottheit,  nicht  ausgenommen. ­
  Dieselbe  kann  den  Naturlauf,  wie  er  aus  der
Beschaffenheit  der  materiellen  Bedingungen  sich  ergibt,  weder
abändern  noch  aufhalten,  sondern  muss  die  (durch  sie)  geschaffene ­
  körperliche  Substanz  in  ihrer  dem  Wesen  der  Körperlichkeit ­
  entsprechenden  Entfaltung  sich  selbst  überlassen.  Die
Ausschliessung  Gottes  aus  der  Natur  ist  es,  woran  More  Anstoss
  nimmt.  ,Die  Cartesische  Philosophie  (sagt  er  —  Enchiridion
  metaphysicum,  opp.  I.,  pag.  167),  scheint  Gott  aus  der
Natur  ausschliessen  zu  wollen;  ich  dagegen  will  und  strebe
ihn  in  dieselbe  zurückzuführen/  Da  nun  der  Grund  der  Ausschliessung ­
  dem  Cartesius  zufolge  in  der  essentiellen  Wesensverschiedenheit ­
  beider,  Gottes  und  der  Natur,  gelegen  sein
soll,  so  folgt,  dass  entweder  die  essentielle  Wesensverschiedenheit ­
  nicht  die  Unmöglichkeit  eines  Causalverbandes  zwischen
beiden  begründen  kann,  oder  dass  diese  Wesensverschiedenheit
eine  nur  scheinbare  sein  muss.
Was  das  erstere  betrifft,  so  hat  Cartesius  bekanntlich
behauptet,  dass  von  zwei  Substanzen,  deren  Begriffe  dergestalt
von  einander  unterschieden  sind,  dass,  um  den  einen  zu  denken,
man  des  anderen  nicht  bedarf,  keine  als  in  Causalverbindung
mit  der  anderen  stehend  gedacht  werden  kann.  Da  nun  der
Begriff  der  denkenden  als  der  geistigen  Substanz  ohne  jenen
der'Ausdehnung,  der  Begriff  der  ausgedehnten  als  der  körperlichen ­
  Substanz  ohne  jenen  des  Denkens  gedacht  werden  kann,
so  können  die  beiden  Substanzen  untereinander  nicht  im  Causalitätsverbande
  stehen.  Sollen  daher  Geist  und  Materie  (Gott
und  Natur)  im  Causalverbande  gedacht  werden,  so  bleibt  nur
das  andere  Glied  obiger  Alternative  übrig:  Geist  und  Materie
müssen  wesensverwandt  d.  h.  im  Wesen  der  beiden  muss  ein
gemeinsamer  Bestandtheil  enthalten  sein.
Dieser  gemeinsame  Bestandtheil  ist  nach  More  die  Ausdehnung. ­
  Wäre  es  schlechterdings  undenkbar,  dass  der  Geist
irgend  eine  Ausdehnung  besitze,  oder  was  ebensoviel  ist,  dass
die  geistige  Substanz  einen  Raum  ausfülle,  so  wäre  es,  da  das
Wesen  der  körperlichen  .Substanz  in  ihrem  Ausgedehntsein,  das
ist,  in  ihrer  Raumerfüllung  besteht,  nach  dem  Grundsatz,  dass
            
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