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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Henry  More  und  die  vierte  Dimension  des  Raumes.

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wird,  dass  also  sowohl  das  rein  rationale  wie  das  ausschliesslich ­
  empirische  Erkennen  seine  unüberschreitbare  Grenze  besitze. ­
  Jene  des  rationalen  Erkennens  besteht  darin,  dass  das
Sein  niemals  durch  reine  Vernunft  erkannt,  oder  wie  Kant  dem
ontologischen  Beweis  gegenüber  es  ausdrückte,  aus  dem  Denken
niemals  ,herausgeklaubt'  werden  kann;  jene  des  empirischen
Erkennens  aber  darin,  dass  auf  dem  Wege  der  blossen  Induction
  nur  eine  ,comparative',  niemals  aber  eine  ,apriorische'
Allgemeinheit  erreichbar  ist.
Aber  wie  in  More’s  Augen  Descartes  von  der  rationalistischen, ­
  so  erscheint  er  selbst  von  der  ,englischen'  Krankheit
seiner  empiristischen  Landsleute  und  Vorgänger  angesteckt.
Weil  ihm  wie  diesen  im  Grunde  doch  die  Erfahrung  allein,
wenn  nicht  als  einziger  Ausgangspunkt,  doch  als  einzige  zulässige ­
  Beglaubigung  wirklicher  Erkenntniss  gilt,  scheint  ihm
nicht  nur  des  Cartesius  Theorie  so  lange  und  in  dem  Masse
gefährlich,  als  sie  mit  der  Erfahrung  im  Einklang  steht,  sondern ­
  er  weiss  seine  eigene,  welche  er  der  des  Cartesius  entgegenstellt, ­
  nicht  besser  zu  stützen,  als  indem  er  zeigt,  dass
ohne  Voraussetzung  derselben  gewisse  durch  Erfahrung  gegebene
Thatsachen  unerklärlich  wären.  Wie  die  Empiriker,  stellt  er  dem
Grundsatz  des  Rationalismus,  dass  das  durch  Vernunft  Erkannte
wahr  sein  müsse,  auch  dann,  wenn  es  durch  keine  Erfahrung
bestätigt  oder  wenn  ihm  durch  die  (bisherige)  Erfahrung  sogar
widersprochen  werde,  die  entgegengesetzte  Maxime  gegenüber,
dass  alles,  was  überhaupt  Erkenntniss  heissen  dürfe,  mit  der
Erfahrung  im  Einklang  stehen,  und  was  durch  diese  nicht  bestätigt ­
  oder  sogar  widerlegt  werde,  als  ,rationales  (speculatives)
  Hirngespinnst',  als  leerer  ,Vernunfttraum'  (Kant)  fallen
gelassen  werden  müsse.  Wenn  es  erweislich  auch  nur  eine
einzige  Thatsache  gibt,  die  unter  der  (Cartesischen)  Annahme,
dass  es  weder  Zweck-  noch  immaterielle  wirkende  Ursachen  in
der  Natur  gibt,  unerklärlich  bleibt,  so  ist  jene  falsch,  auch
wenn  sie  von  der  Vernunft  geboten,  gibt  es  dagegen  Unabweisliche
  Thatsachen  in  der  Natur,  die  nur  unter  Voraussetzung ­
  immaterieller,  aber  gleichwohl  ausgedehnter  wirkender
Wesen  erklärlich  sind,  so  ist  diese  wahr,  auch  wenn  sie  von
der  Vernunft  verboten  ist.
            
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