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Zimmer mann.
den positiven Thatsachen aus und ordnet diesen die Vernunft,
dieser, der Aprioriker, geht von der Vernunft aus und ordnet
derselben die Thatsachen unter.
Die ,mathematische Krankheit', die More dem Descartes
zuschreibt, lässt sich in diesem Sinne auch als ,apriorische.'
bezeichnen. Der Mathematiker sucht die Bestätigung seiner
Sätze durch die Erfahrung nicht und bedarf ihrer auch
nicht, um von der Nothwendigkeit seiner Lehren überzeugt
zu sein. Das mathematische Streben geht wie das philosophische
des Rationalisten von durch sich selbst einleuchtenden
und andere begründenden Sätzen, Principien, aus, die keine Eifahrungsthatsachen
sind, denen daher ebenso wie den aus ihnen
auf nothwendige Weise gezogenen Consequenzen, durch solche
wohl widersprochen, deren Wahrheit aber durch solche niemals
widerlegt, d. h. weil die letzteren gänzlich disparater
(heterogener) Natur sind, niemals wie die Behauptung A durch
deren contradictorisches Gegentheil non A aufgehoben werden
kann, ohne dass die Vernunft mit allem, was ihr (ihrer specifischen
Natur nach) als evident und nothwendig erscheinen muss,
aufgehoben wird. Dasselbe wird daher nothwendig (wie das
philosophische des Rationalisten), vorausgesetzt, dass die Evidenz
zweifellos und das folgernde Verfahren logisch fehlerfrei
ist, bei seinen Behauptungen beharren, und jederzeit auf dieselben
immer wieder zurückkommen, gleichviel, ob dieselben
mit der Erfahrung übereinstimmen oder nicht, wenn und so
lange die für Evidenz empfängliche und logisch deducirende
(menschliche oder absolute) Vernunft dieselbe ist.
Es ist das Vertrauen, dass die Wahrheit nur Eine, der
auf dem Wege der Erfahrung erkannte Theil derselben im
Grunde mit dem durch Vernunft erkannten gleichartig und es
für den Inhalt derselben gleichgiltig sei, ob derselbe durch
die Vernunft oder durch die Erfahrung in Besitz genommen
werde, welches jenen erkenntnisstheoretischen Optimismus (Dogmatismus)
bei den Rationalisten nicht weniger als bei den
Empirikern erzeugt und erst durch die Lehre, welche den
Grundstein des (Kant’schen) Kriticismus bildet, zerstört wird,
dass es zweierlei Wahrheit gebe, solche, welche niemals durch
reine sich selbst überlassene Vernunft, und solche, welche niemals
durch reine sich selbst überlassene Erfahrung erkannt