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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Z  immerma'nn.

Wäre  es  wahr,  was  der  Cartesianismus  lehrt,  dass  es  keine
einzige  Naturerscheinung  gebe,  die  sich  nicht  aus  der  Natur
der  Materie  und  ihrer  Bewegung  ohne  Hinzunahme  von  Zweckursachen ­
  und  ohne  Einflussnahme  nicht-materieller  wirkender
Ursachen  vollständig  erklären  lasse,  so  hätte  dieser  wenigstens
mit  der  Behauptung  Recht,  dass  die  Annahme  solcher  für  die
wissenschaftliche  Erklärung  der  körperlichen  Erscheinungen  vollkommen ­
  überflüssig  sei.  More  ist  aber  auch,  charakteristisch
für  den  Engländer,  genug  Empiriker,  um  die  Entscheidung  der
Frage,  ob  es  derartige  Erscheinungen  nicht  doch  gebe,  wohl  gar
geben  müsse,  nicht  auf  deductivem  (rationalem),  sondern  auf
inductivem  (empirischem)  Wege  zu  suchen.  Statt  a  priori  aus
dem  Begriffe  der  Natur  darzuthun,  dass  deren  Erscheinungen  die
Mitwirkung  von  Zweck-  und  immateriellen  Ursachen  ein  für
allemal  unvermeidlich  machen,  begnügt  er  sich  Einzelfälle
als  negative  Instanzen  anzuführen,  in  welchen  die  Cartesianische
  Theorie  zur  Erklärung  nicht  ausreiche.  Als  Beispiel
zieht  er  ,nur  eines,  aber  ein  hervorstechendes  (unum  dumtaxat
sed  praefulgidum)  herbei,  die  Erklärung,  welche  Descartes  von
der  Bildung  und  Bewegung  der  mit  concaven  Seitenwänden
begrenzten  Stofftheilchen  (particulae  striatae),  welche  die  triangulären ­
  Zwischenräume  zwischen  den  kugelförmigen  Elementen
(globuli)  der  Materie  ausfüllen,  giebt.  Denn,  es  fehle  so  viel,
dass  dieselben  mit  Nothwendigkeit  auf  die  von  ihm  angegebene
Weise  entstehen  müssten,  dass  es  vielmehr  höchst  unwahrscheinlich, ­
  ja  geradezu  unmöglich  sei,  dass  dieselben  auf  dem
Wege  gebildet,  oder  die  so  gebildeten  nach  solchen  Gesetzen
bewegt  werden'.
Die  Beweisführung,  welche  sich  auf  die  von  der  Wissenschaft ­
  längst  beseitige  Wirbeltheorie  des  Cartesius  stützt,  mag
hier  übergangen  werden.  Bemerkenswerth  ist  höchstens,  dass,
wenn  dieselbe  richtig  ist,  dadurch  mir  dargethan  wird,  es  stehe
eine  der  von  ihm  aus  seiner  Theorie  gezogenen  Consequenzen,
die  aber  selbst  keine  Erfahrungsthatsache,  sondern  eine  daraus
deducirte  Folgerung  ist,  mit  dieser  im  Widerspruch,  keineswegs
aber  eine  Naturerscheinung  nachgewiesen  erscheint,  die  sich
aus  der  Materie  und  der  Bewegung  ohne  Zuhilfenahme  von
Zweck-  und  nichtmateriellen  wirkenden  Ursachen  nicht  ableiten
lasse.  Cartesius  hätte  daher  schlimmstenfalls  einen  logischen
            
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