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Zimmer mann.
der Seele von irdischen Schlacken erlangt werde. Kein Buch
habe auf ihn so tiefen und durchschlagenden Eindruck gemacht,
als jenes goldene Büchlein, das auch Luther durch
und durch für sich eingenommen habe, die ,Theologia deutsch'.
Zwar seien ihm auch in diesem Spuren genug begegnet einer
tiefsinnigen Schwermuth, und nicht wenige philosophische
Mängel, das aber, was dasselbe einzuschärfen nicht müde wird,
dass wir den Eigenwillen (unser eigen Selbst) ausziehen und
tödten, dass wir uns selber sterben, nur Gott allein leben, durch
seinen Antrieb und Zulassung allein thun sollen, was wir thun,
sei seinem eigenen Wissen und Gewissen so von Grund aus
verwandt und gleichsam wie aus ihm selber geboren gewesen,
dass ihm nichts klarer und wahrer habe dünken können. Fortan
handelte es sich bei ihm nicht mehr um das scholastische principium
individuationis, d. h. um die eitle Furcht, das persönliche
Selbst an die Gottheit zu verlieren, sondern um den
Kampf im Individuum selbst zwischen demjenigen, was thierisch,
und demjenigen, was göttlich im Menschen ist, und in welchem
der Sieg der thierischen Individualität, d. i. des dem göttlichen
Willen sich entgegensetzenden Eigenwillens zwar dem Scheine
nach Leben, aber in Wahrheit Tod, dagegen der Sieg der göttlichen
Individualität, d. i. des dem göttlichen Willen sich hingebenden
Willens zwar dem Scheine nach Tod, aber in Wahrheit
Leben ist. Diese Gedanken führten ihn, dem die Ueberzeugung
von Gottes Sein und immanenter Gegenwart im Geiste
von Jugend auf feststand, vom Zweifel am Sein der eigenen
Individualität zur Gewissheit der Gottähnlichkeit und des göttlichen
Ursprungs des individuellen Menschengeistes, als Glied
eines aus Gott stammenden Reiches von Geisterindividuen,
dessen Vertheidigung gegen die Angriffe des Materialismus
einer- und des physikalischen Mechanismus andererseits fortan
das unausgesetzte Thema seiner zahlreichen Schriften bildete.
Dieselben, soweit sie überhaupt philosophischen und nicht
theologischen oder, wie die von ihm zum Theil auf Veranlassung
einer Dame, der auch als Gönnerin des Theosophen
van Helmont bekannten Lady Conway, niedergeschriebenen Erläuterungen
zu den Schriften des alten Testaments, kabbalistischen
Inhalts sind, sind theils in gebundener, theils in ungebundener
Rede abgefasst und von ihm selbst auf Wunsch und