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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Zimmermann.

solcher  werden  müssen.  Statt  dessen  sei  gerade  das  Gegentheil
  eingetreten.  Schon  auf  der  Schule  zu  Eton,  wohin  er
auf  Geheiss  seines  Oheims  aus  dem  Vaterhause  übersiedelte,
um  classische  Bildung  sich  anzueignen,  bemächtigten  sich  seiner
so  schwere  Zweifel  an  der  Wahrheit  der  Calvinistisehen  Prädestinationslehre, ­
  dass  er  dieselbe  seinen  Verwandten  gegenüber ­
  mit  Heftigkeit  und  für  sein  Alter  starken  Gründen  angriff
  und  dafür  den  höchsten  Unwillen  und  Drohungen  derselben ­
  sich  gefallen  lassen  musste.  Zugleich  aber  war  seine
innere  Ueberzeugung  von  der  Güte  und  Gerechtigkeitsliebe
Gottes  so  mächtig,  dass  er  eines  Tages,  während  seine  Mitschüler
im  Hofe  spielten,  unterdessen  bei  sich  den  Beschluss  fasste,
er  wolle,  wenn  das  Verhängniss  es  so  gefügt  hätte,  dass  er
einer  der  zur  Hölle  Verdammten  sei,  mitten  unter  den  Schrecken
und  Flüchen  der  Uebrigen  nicht  aufhören,  gegen  Gott  demüthig
und  unterwürfig  und  seinem  Willen  in  allen  Dingen  gefällig  zu
sein,  denn  es  könne  ja  nicht  fehlen,  dass  sich  derselbe  dadurch
rühren  lasse,  und  ihn  erlösen  werde.  Wie  er  aber  diese  derjenigen ­
  seiner  Umgebung  entgegengesetzte  Ueberzeugung  nicht
von  aussen  her  erworben,  sondern  gleichsam  als  angeboren  von
Anfang  an  in  seinem  Inneren  ins  irdische  Leben  mitgebracht
habe,  so  sei  er,  oberflächlichen  und  dichterisch  eingekleideten
Einwänden,  wie  sie  z.  B.  die  bekannten  Verse  des  Claudianus,
die  er  auf  der  Schule  las,  aussprachen,  zum  Trotz  der  Existenz
Gottes  schon  als  Knabe,  gleichsam  durch  ein  ,innerliches  Gefühl ­
  der  Gegenwart  desselben'  (internus  divinae  praesentiae
sensus)  so  gewiss  gewesen,  ,dass  er  überzeugt  war,  nicht  ein
Werk,  noch  eine  Handlung,  ja  nicht  einmal  ein  Gedanke  könne
Gott  verborgen  bleiben',  und  von  diesem  festen  Glauben  an  die
Allgegenwart  Gottes  in  der  Welt  habe  ihn  keine  Ueberredungskunst
  Aelterer  abwendig  zu  machen  vermocht.  Als  er  daher
nach  absolvirtem  dreijährigen  Cursus  zu  Eton  die  Universität
Cambridge  bezog,  um  Theologie  oder  vielmehr,  da  seine  einzige ­
  Freude  war,  zu  wissen,  um  zu  wissen,  Philosophie  zu
studiren,  ist  es  begreiflich,  dass  er  vor  allem  denjenigen  Schulen
sich  zuwandte,  deren  Lehren  mit  dieser  seiner  Grundüberzeugung, ­
  die  er  nicht  der  äusseren  (sinnlichen),  sondern  der  inneren
(mystischen)  Erfahrung  verdankte,  sich  in  Einklang  bringen
Hessen.  Das  Studium  der  Werke  des  Aristoteles,  Cardanus,
            
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