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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Henry  More  und  die  vierte  Dimension  des  Raumes.

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Wesen  (res  incorporea)  Realität  beilegten  und  dasjenige,  was
überhaupt  existire,  nur  einem  Theile  nach  für  körperlich,  dem
andern  nach  dagegen  für  unkörperlich  ausgaben,  gehörte  Descartes
  mit  den  Cartesianern.  Erstere,  in  deren  Augen  die
sogenannte  Seele  nichts  weiter  als  ein  feinerer  Körper,  die
Wechselwirkung  zwischen  Seele  und  Leib  nichts  anderes  als
eine  solche  zwischen  zwei  Körperwesen  war,  fanden  so  wenig
Grund,  das  Stattfinden  derselben  in  Abrede  zu  stellen,  als  sie
die  Wechselwirkung  zwischen  Körpern  überhaupt  auf  Grund
der  Erfahrung  zuzugeben  Anstand  nahmen.  Letztere,  in  dex-en
Augen  die  menschliche  Seele  als  unköi’perliches  Wesen  von
dem  menschlichen  Leibe  als  körperlichem  Wesen  gattungsmässig
  verschieden,  ja  eines  dem  anderen  seiner  Beschaffenheit
nach  gei'adezu  entgegengesetzt  erschien,  fanden  sich  dadurch
bewogen,  die  wechselseitige  Einwirkung  zwischen  beiden,  ungeachtet ­
  des  Zeugnisses  der  Erfahrung,  aus  reinen  Vernunftgründen ­
  für  unmöglich  zu  ei-klären.  Die  Lage  der  Sache  stand
so,  dass  die  Einen  mit  der  Erfahrung,  welche  die  Wechselwirkung ­
  zwischen  Seele  und  Leib  durch  die  Thatsache  gegenseitiger ­
  Uebereinstimmung  der  psychischen  und  physischen
Vorgänge  wahrscheinlich  machte,  in  Einklang  standen,  aber
die  selbstständige  Existenz  der  Seele  als  eines  unkörpei-lichen
Wesens  darüber  preisgaben:  während  die  Anderen  zwar  die
Existenz  der  unkörpei-lichen  Seele  retteten,  aber,  um  die  auch
von  ihnen  anex-kannte  Thatsache  der  Con-espondenz  zwischen
seelischen  und  leiblichen  Zuständen  zu  rechtfertigen,  zum
Wunder  (sei  es  in  der  unbestimmten  Form  der  Assistenz
überhaupt,  oder  in  der  bestimmteren  occasionellen  Eingreifens
oder  pi-ästabilirter  Anordnung  Seitens  der  Gottheit)  ihi-e  Zuflucht ­
  nehmen  mussten.
Solchen,  welche  weder  mit  der  Erfahrung  in  Widerspruch ­
  treten,  noch  die  Existenz  des  Unköi-peidichen  aufgeben
wollten,  war  dadurch  zwischen  beiden  einander  ausschliessenden
Denkx-ichtungen  der  "Weg  vorgezeichnet.  Dieselben  mussten  sich
einerseits  gegen  den  Materialismus  kehren  und  dessen  Behauptung ­
  der  Körperlichkeit  alles  Seienden  zu  widerlegen
trachten:  andererseits  mussten  sie  gegen  den  Cai-tesianismus
Front  machen  und  dessen  Behauptung  von  dem  qualitativen
Gegensätze  des  Körperlichen  und  Unköi-perlichen,  welcher  jede
            
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