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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Die  geistlichen  Schriften  Peters  von  Zittau.

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mit,  fürs  zweite  passt  sich  der  Sohn  in  Bezug  auf  die  Sitten
und  Gebräuche  jenem  Volke  an, 1  zu  welchem  er  komme,  zum
dritten  ruft  er  die  benachbarten  Fürsten  zusammen,  damit  er
von  diesen  Dienstleistung  und  Ehre  erhalte,  zum  vierten  schmückt
er  sich  und  seine  Umgebung  mit  neuer  Gewandung,  zum  fünften
lässt  er  ein  Gastmahl  herrichten.  Hier  wird  man  zweifelsohne
mit  Lebhaftigkeit  an  die  Erwerbung  Böhmens  durch  den  Sohn
Heinrichs  von  Lützelburg,  an  die  Verheirathung  Johanns  mit
der  Prinzessin  Elisabeth  und  an  den  Einzug  derselben  in
Böhmen  erinnert.  Mit  denselben  Worten  spricht  Peter  in  seiner
Chronik  von  dem  Kaiser  Heinrich,  der  seinen  Erstgebornen
nach  Böhmen  sendet. 2  Daselbst  wird  auch  der  Hofstaat  Johanns
oder,  genauer  gesagt,  dessen  Begleitung  nach  Böhmen  in  ausführlicher ­
  Weise  geschildert, 3  von  der  Jugend  Johanns  wird
gesprochen  und  dabei  auch  das  oben  angeführte  Motiv  betont:
er  wird  die  Gebräuche  des  fremden  Landes  um  so  eher  erlernen, ­
  je  jünger  er  ist, 4  und  auch  das  Gastmahl,  dessen  die
Predigt  gedenkt,  fehlt  in  der  Chronik  nicht. 5
Leider  fehlt  es  in  Peters  Predigten  an  allen  Hinweisen
auf  die  Stellung  des  Abtes  zu  den  religiösen  Fragen  seiner
Zeit,  die  ja  eine  Zeit  hindurch  auch  in  Böhmen  lebhaft  erörtert ­
  worden  sind  und  von  denen  er  auch  in  seiner  Chronik
berichtet.  Ebenso  fehlt  es  an  Andeutungen  über  den  Stand
der  Kirchenzucht  in  Böhmen  oder  mindestens  in  den  Cistercienserklöstern
  daselbst,  wie  sich  ähnliche  Andeutungen  ein
Menschenalter  später  in  den  Predigten  eines  Conrad  von  Wald-1

  Secundo  filius  illi  genti,  ad  quam  venit  se  conformat  in  eeremoniis  eius.
2  Cap.  97  des  ersten  Buches  Peters  von  Zittau.  Die  dortige  Ueberschrift
lautet:  Quomodo  Heinricus  imperator  Iohaunem  primogenitum  suum  in
Bohemiam  miserit.
3  Cap.  108  der  Chronik:  Erant  autem  cum  Iohanne  rege  multi  prineipes
et  nobiles:  fuerunt  namque  in  suo  exercitu  Petrus  Maguntinus  archiepiscopus,
  Kudolfus  dux  Bavariae  comes  Palatinus,  dominus  Philippus
Eistetensis  episcopus,  Fridericus  de  Nurenberg  etc.;  vgl.  auch  pag.  318.
4  Adolescens  iste  faciliter  mores  terrae  nostrae  discet,  cum  filiis  nostris
crescet  ipsosque  ex  hoc  seraper  plus  diliget.
5  Cap.  109,  libri  1.
Omnes  laetantur  lautosque  cibos  epulantur,
Laudat  conviva,  regis  convivia  diva.
            
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