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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Die  geistlichen  Schriften  Peters  von  Zittau.

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Er  halte,  sagt  er,  von  seinen  Predigten  eben  nicht  viel,
er  beabsichtige  auch  gar  nicht,  dieselben  weiteren  Kreisen  zu
übergeben,  die  äussere  Form,  in  der  dieselben  vorliegen,  sage
ihm  sehr  wenig  zu,  er  hätte  sie  gern  in  eine  andere,  zutreffendere ­
  Anordnung  gebracht. 1  Er  entschuldigt  sich  deswegen  bei
dem  Leser,  seine  zahlreichen  Amtsgeschäfte  hätten  ihn  von
Verbesserungen  abgehalten,  auch  sei  er  nicht  gelehrt  genug,
seine  Unwissenheit  hätte  ihn  verhindert,  die  Predigten  in  eine
schickliche  Form  zu  bringen.  Unter  derselben  versteht  er  die
Gliederung  in  Capitel.  Daher  habe  ich  auch,  sagt  er,  selten
die  Nummer  des  Capitels  angefügt. 2  Diese  Ausdrucksweise
erinnert  sehr  lebhaft  an  eine  ähnliche  im  Prolog  zu  dem  über
secretorum  Aulae  regiae, 3  wo  er  sagt,  dass  er  zur  Abfassung
des  Werkes  unfähig  sei,  denn  die  Beschäftigung  seines  Amtes
hindere  ihn  öfter,  und  selbst  wenn  er  in  keine  weltlichen  Geschäfte ­
  verwickelt  wäre,  würde  doch  sein  schwacher  Sinn  nicht
die  schickliche  Art  zu  schreiben  haben. 4  Diese  Ausdrucksweise ­
  erinnert  aber  noch  an  eine  ähnliche  in  der  Vorrede  zu
seiner  Klosterchronik,  wo  er  gleichfalls  von  seinem  geistigen
Unvermögen  spricht  und  betont,  dass  nur  der  Gehorsam,  der
mehr  werth  sei  als  das  Opfer,  ihn  gehorchen  heisse. 5  Seine
Predigten,  sagt  er  weiter,  seien  eher  Fabeleien  (fabulaciones)
zu  nennen,  er  beschwört  denjenigen,  in  dessen  Hände  sie  zu-1

  Non  presumo  has  (collaciunculas)  ad  lucem  producere,  eo  quod  tarn
occupacione,  quam  ignorancia  prepeditus,  modum  debitum  in  ipsis  et
ordinem  non  servavi.
2  Raro  quoque  capitulorum  ordinem  allegavi.  Er  wollte  demnach  hier  eine
ganz  analoge  Gliederung  wie  im  Diplomatar  und  der  Chronik  vornehmen.

3  Kgs.  Geschichtsq.  pag.  443.
4  Auch  in  formeller  Beziehung  findet
eine  grosse  Aehnlichkeit:
siehe  unten.
Non  presumo  has  ad  lucem  produeere,
  eo  quod  tarn  occupatione
quam  ignorancia  prepeditus
modum  debitum  in  ipsis  et  ordinem ­
  non  servavi.

sich  zwischen  beiden  Erörterungen
Kgs.  Geschichtsq.  pag.  443.
Fateor,  inhabilis  sum,  occupatio
mei  officii  frequentius  impedit
me,  quin  immo  si  ego  nullo  implicarer
  seculari  negotio,  adhuc  tarnen
sensus  meus  liebes  descriptionis
  modum  debitum  non  haberet.

Hebetudo  sensuum  meorum  contremiscit  aggredi  hunc  laborem,  ingenii
mei  tenuitas  ....

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