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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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L  osertli.

Von  weitaus  grösserem  Umfange  ist  ein  anderes,  bisher
gänzlich  unbekanntes  Werk  des  Abtes  Peter,  das  gleichfalls
zu  dieser  Kategorie  seiner  literarischen  Arbeiten  gehört  —
seine  zwei  Bücher  Predigten.  Ich  habe  dieselben  in  dem
abgelaufenen  Sommer  in  einer  sehr  gut  erhaltenen  Handschrift  1
der  Leipziger  Universitätsbibliothek  vorgefunden.  Es  ist  dies
der  Codex  lat.  434  in  Folio.  Derselbe  enthält  180  Blätter  in
Pergament,  von  denen  jedoch  einzelne  (l a ,  2 b ,  101,  102 a ,  170,
171,  172,  179)  ganz  unbeschrieben  sind.  Die  äussere  Anordnung ­
  ist  fast  dieselbe  wie  in  der  Iglauer  Prachthandschrift
der  Königsaaler  Chronik. 2  Wie  dort,  so  finden  sich  auch  hier
auf  jeder  Seite  2  Columnen,  und  zwar  gleichfalls  zu  je  41  Zeilen.
Auch  hier  sind  die  Initialen  abwechselnd  roth  und  blau,  und
wo  sich  zufällig  in  dem  Texte  ein  leoninischer  Vers  findet,
ist  er  auch  hier  entweder  durch  das  Wort  versus  oder  das
dem  Worte  entsprechende  Abkürzungszeichen  angemerkt.  An
den  Rändern  finden  sich  hie  und  da  Correcturen  oder  erklärende
Bemerkungen.  An  dem  unteren  Rande  ist  in  kurzen  Schlagworten ­
  der  Inhalt  des  obenstehenden  Textes  angedeutet.  Die
Predigten  sind  •—  da  sie  für  Mönche  bestimmt  gewesen  —  in
lateinischer  Sprache  verfasst.  3  Im  Ganzen  sind  es,  wie  bemerkt,
zwei  Büchei - ,  beide  enthalten  Predigten  über  die  wichtigeren
Festtage  des  Kirchenjahres, 4  und  zwar  finden  sich  über  ein
Fest  in  der  Regel  mehrere,  vier,  fünf,  sechs,  ja  selbst  zehn
Predigten  vor.
An  die  Spitze  derselben  hat  er  einen  Prolog  gestellt,  der
in  mehrfacher  Hinsicht  von  Interesse  ist. 5  Zunächst  ersieht
man  aus  demselben  wieder  das  bescheidene  Wesen  des  Abtes,
w'elches  man  auch  aus  zahlreichen  Stellen  der  Klosterchronik
zu  erkennen  vermag.
1  Dass  ich  dieselbe  in  Czernowitz  bequem  benutzen  konnte,  danke  ich  der
grossen  Liberalität  der  Bibliotheksverwaltung  der  Leipziger  Universität.
2  Auf  den  mit  Leder  überzogenen  Holzdeckeln  findet  sich  aussen  die
Uebersclirift:  Sermones  domini  Petri  abbatis  (Aulae  regiae)  de  festis
principalibus.  Innen:  Item  registrum  (dasselbe  ist  Fol.  l b —2“).
3  Ihre  Anordnung  s.  unten  in  der  Beilage  Nr.  2.
4  Fol.  l b :  Incipit  primus  über  sermonum  primi  libri  sermonum  domini  Petri
abbatis  aulae  regiae.  Fol.  2 a :  Expliciunt  inicia  sermonum  domini  Petri
abbatis  Cisterciensis  ordinis  Pragensis  diocesis  in  Aula  rfegia.
5  Fol.  3 a ,  s.  unten  Beilage  Nr.  1.  Inpicit.  prologus  ete.
            
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