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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Die  geistlichen  Schriften  Peters  von  Zittau.

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Leider  ist  auch  der  Verlust  der  Briefsammlung,  die  es
in  Königsaal  gegeben  und  aus  der  uns  Peter  von  Zittau  einige
höchst  charakteristische  Proben  mitgetheilt  hat,  sehr  zu  bedauern. ­
  1
Eine  andere  Seite  der  Thätigkeit  des  Abtes  Peter  von
Zittau,  die  gleichfalls  von  grossen  Erfolgen  begleitet  gewesen
ist, 2  nämlich  die  auf  dem  Gebiete  der  praktischen  Theologie,
ist  bisher  ziemlich  unbeachtet  geblieben.  Peter  hat  es  einmal
als  einen  besonderen  Vorzug  eines  tüchtigen  Menschen  bezeichnet, ­
  seine  Studien  den  jeweiligen  Verhältnissen  entsprechend
anpassen  zu  können,  sich  bald  mit  göttlichen  Dingen,  bald  mit
irdischen  zu  befassen. 3  Einen  solchen  Wechsel  in  der  Beschäftigung ­
  —  Peter  nennt  ihn  einen  vernünftigen  —  hat  er
zuerst  bei  seinem  älteren  Freunde,  dem  Cistercienserabte  Johann ­
  III.  von  Waldsassen  —  gesehen, 4  denn  dieser  habe  sich
nicht  blos  mit  der  Lectüre  der  Bibel  und  der  heiligen  Väter
beschäftigt,  sondern  ein  Erbauungsbuch  auch  über  das  Leben
der  in  Waldsassen  verstorbenen  Klosterbrüder  zu  Nutz  und  Frommen, ­
  d.  h.  zur  Nachfolge  für  die  Lebenden  geschrieben. 5  Diese
Thätigkeit  des  Abtes  von  Waldsassen  hat  Peter  von  Zittau
nicht  blos  angestaunt,  sondern  auch  nachgeahmt,  denn  in  demseptimum.

  Erhalten  ist  von  dem  ganzen  Diplomatar  blos  der  Schlussbestandtheil
  von  Nr.  156,  ziemlich  vollständig  Nr.  157  und  der  grösste
Theil  von  158.
1  Quia  ut  ipse  imperator  per  se  ore  proprio  disposuerat,  dominus  Conradus
abbas  Aulae  regiae  non  infimum  locum  in  consiliis  apud  Iohannem  regem
babuit,  sibi  caesar  epistolam  hanc  misit.  Kgs.  Geschichtsq.  pag.  349  u.  A.
2  Wie  sich  aus  dem  verbältnissmässig  häufigen  Vorkommen  der  unten  erwähnten ­
  Formula  in  verschiedenen  Klöstern  ausserhalb  Böhmens  ergibt.
3  Solet  itaque  homo  quilibet  virtuosus  Studium  suum  secundum  circumstancias
  temporis  alternare,  ut  nunc  ad  sublimia,  nunc  ad  humilia,  nunc
ad  mistica,  nunc  etiam  se  grossiora  transferat  ad  exempla.
4  Pater  reverende  sine  fuco  adulacionis  loquendo  talem  alternacionem  racionabilem
  experimento  didici  vos  habere.
5  Vidi  quoeiescunque  apud  vos  fui,  in  libris  orthodoxorum  patrum  tempore
congruo  vos  legere  .  .  .  produxistis  quoque  semel  coram  me,  cum  tempus
affuit  opportunum,  librum  quendam  edificatorium  exemplorum,  quem  de  conversatione
  sancta  monachorum  et  conversorum  in  Waltsassen  monasterio
defunctorum  ad  utilitatem  legentium  (egentium  Kgs.  Geschichtsq.  pag.  31
ist  ein  Druckfehler)  compilastis.
            
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