Loserth. Die geistlichen Schriften Peters von Zittau.
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Die geistlichen Schriften Peters von Zittau.
Von
J. Loserth.
Die Thätigkeit des Königsaaler Abtes Peter von Zittau
auf dem Gebiete der Historiographie hat in den letzten Jahren
bekanntlich eine genugsam umfassende Darstellung gefunden,
so dass in dieser Beziehung nur wenig nachzutragen ist. 1 Von
den in Königsaal gemachten historischen Aufzeichnungen erfreuten
sich namentlich die sogenannten Annales Aulae regiae
im Lande grosser Beliebtheit und wurden in Folge dessen nicht
blos fortgesetzt, sondern auch in eigenthümlicher Weise umgebildet.
2 Ebenso machte man aus dem Hauptwerke des Peter
von Zittau Auszüge, von denen sich jüngstens ein Fragment
gefunden hat. 3 Noch im XV. Jahrhundert hat man gern seine
1 Die gesammte Literatur bei Lorenz, Deutsehl. Geschichtsq. I. pag. 244 ff.
2 Die Annales Aulae regiae bat schon Wattenbach im XVII. Bande von
Pertz SS. pag. 719 als Annales Boh. brevissimi abgedruckt. Vgl. darüber
meine Bemerkungen im XIV. Bande der Mittheilungen des Vereins fiir Geschichte
der Deutschen in Böhmen. Eigentliiimliche Fortbildungen sind uns
mehrfach aufgestossen, s. Cod. der Olmützer Studienbibliothek I. 2. 21.
3 Mitgetheilt durch die Güte des nunmehrigen Lejtmeritzer Bischofs A. Frind.
Das Fragment enthält zuerst einen Auszug aus dem ersten Buch der Königsaaler
Geschichtsquellen, und zwar Incip. De actibus Ottacari regis bis
Et primo heredem Bohemie Bohemis restituit, a quo ista chronica inehoatur.
Dann folgen die Verse:
Wenceslaus
Sic reddit(l) ad propria rex procurante Maria,
Quam plus quam fari possim cepit venerari,
Hoc mihi dixerunt, qui secum crebro fuerunt.
Und dann weiter Cum autem puer — Anno ergo incarnacionis 1282 (!)
rex iuvenis rediit ad terram annoque etatis sue XI. Hoc scriptum est
de cronica Aule regie; vgl. Kgs. Geschichtsq. in Font. rer. Austr.
VIII. pag. 60, 61.