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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Ueber  die  Vorarbeiten  zur  Herausgabe  der  griechischen  Grabreliefs  attisch.  TJrspr.  375

und  eine  Dienerin  mit  einem  Wickelkinde  im  Hintergründe  —
ist  durch  den  Grafen  Choiseul-Gouffier  aus  Athen  gebracht
worden.  Ein  zweites  Bruchstück  (no.  171),  nur  mit  dem  Kopfe
und  dem  Brüsttheile  einer  verschleierten  Frau,  dürfte  auch
attischer  Herkunft  sein,  während  der  Altar  des  Philytos  (no.  18.
C.  J.  Gr.  2310)  zwar  von  Choiseul  geschenkt  wurde,  nach
einer  Notiz  Fauvels  aber  aus  Delos  stammt.  Ein  Grabstein  mit
einer  im  Profile  sitzenden  Frau  (no.  95)  ist  in  Marseille  selbst
gefunden  worden,  bei  den  übrigen  (no.  19,  84,  91,  94,  157)
ist  die  Provenienz  nicht  bekannt.
Ausser  diesen  beiden  Sammlungen  besitzen  noch  die  Museen ­
  von  Toulouse,  Narbonne,  Aix  und  Grenoble  je  ein  Grabrelief ­
  attischer  Herkunft.  Toulouse  bewahrt  das  Fragment
einer  Grablekythos  mit  den  Figuren  beigeschriebenen  Namen
(Roschach,  cat.,  no.  249),  Narbonne  eine  Stele  mit  einem  Jünglinge, ­
  der  in  der  liechten  einen  Vogel  hält  (Tournal,  cat.,  no.  100),
Aix  eine  mit  der  Darstellung  eines  zu  einem  Altäre  tretenden
Jünglings  in  Chlamys  nnd  Petasos,  dem  sein  Pferd  und  eine
Frau  nachfolgen  (Gibert,  cat.,  no.  288),  Grenoble  einen  Stein
von  ansehnlicher  Grösse  und  vortrefflicher  Arbeit,  mit  dem
Bilde  einer  Frau  und  eines  jungen  Mannes  in  traulichem  Beisammensein ­
  (cat.,  no.  396).  Letzteres  Relief  liegt  bereits  in  einer
guten  Publication  vor  (Gazette  archeologiquell,  pl.  28), 1  und  von
der  Stele  in  Aix  besitzt  der  Apparat  der  Grabreliefs  seit  längerer ­
  Zeit  eine  Photographie.  Eine  photographische  Aufnahme
der  Grabvase  in  Toulouse  wird  erst  nach  der  neuen  Aufstellung
des  jetzt  in  Umbau  begriffenen  Museums  zu  beschaffen  sein.
Nach  Ausscheidung  einiger  Stücke,  welche  dieser  Denkmälerclasse
  nicht  mit  völliger  Sicherheit  zugetheilt  werden
können,  ergibt  sich  für  die  südfranzösischen  Museen  ein  Gesammt-1

  Herr  Vallentin  hat  vor  Kurzem  auf  diesem  Grabrelief  folgende  bis  dahin
ganz  übersehene  und  auch  von  mir  nicht  bemerkte  Künstlerinschrift,  wie
er  brieflich  anzugeben  die  Güte  hatte,  ,interieurement  dans  la  partie  du
pilastre  qui  fait  face  au  bras  droit  de  la  femme 1 ,  gefunden:
APIS  T  0  K  A  H  S
NIKOMAXOr
P04I0S
Enoi  ///
Vgl.  Bulletin  epigraphique  de  la  Gaule,  I,  1881,  p.  43—44.
            
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