lieber die Vorarbeiten zur Herausgabe der griechischen Grabreliefs attisch. Urspr. 373
gewährte die Direction mir Abklatsche, drei wurden in Photographie
bestellt. Von letzterem Verfahren ausgedehnteren Gebrauch
zu machen, verhindert die Art, wie die Reliefs an vielfach
ungünstiger Stelle befestigt sind. So wird ebenfalls ein
sehr gut erhaltenes attisches Grabrelief einer Melitta aus dem
vierten Jahrhundert im Cabinet des Medailles seiner Aufstellung
halber in Zeichnung wiedergegeben werden müssen.
Im Privatbesitz zu Paris fand ich eine mit modernem,
sehr sorgfältig gearbeitetem Relief als Fälschung versehene
antike Grabstele vor, welche, obwohl im Auctionskataloge nicht
zu finden, als aus der Sammlung Pourtales herstammend bezeichnet
wurde, aus welcher in der That auch sonst bereits
eine gefälschte Grabstele nachzuweisen ist.
Als Curiosum mag erwähnt sein, dass ich nach Adolf
Klügmanns Anweisung ein Grabrelief aufsuchte, welches als
Schmuck des Grabes Bory de St. Vincent und Morawski auf
dem Pere la Chaise angebracht ist. Es stellt eine Frau und
einen Knaben dar, ist sehr verwittert und wird nicht attisch
sein. Zu Häupten desselben Grabes steht ein oblonger Grabaltar
(077 Met. lang, 0.34 Met. hoch und dick), mit Bukranien
und Guirlanden und der Inschrift: Ms-florr, IltvSapou xal Meyi-<rrr)?
Xla XP*) 0 ^)
Zwei im Museum zu Amiens befindliche ufid (Catalogue,
nos. 1607,1608) als aus Athen herrührend bezeichnete GrabsteleD,
die eine eines Ammonias, die andere eines Serapias, habe ich
an Ort und Stelle untersucht; sie rühren gewiss nicht aus
Athen her.
Herr Schneider berichtet über seine Bereisung Südfrankreichs
wie folgt:
,Unter den Museen im südlichen Frankreich weisen nur
die Sammlungen von Avignon und Marseille eine grössere Anzahl
griechischer Grabreliefs auf.
DasMuseeCalvet in Avignon bewahrt dreiundzwanzig, von
welchen sechzehn im Jahre 1841 aus dem Museo Nani zu Venedig
erstanden wurden. Sie sind nebst den anderen aus derselben Sammmir
evident, dass das Figürchen ebenfalls ein Klageweib als Grabaufsatz ist.
Obwohl ich von Herrn Furtwängler höre, dass diese richtige Deutung
bereits vor einiger Zeit unter unsern jüngeren Fachgenossen in Athen als
ausgemacht galt, so mag sie doch hier ausgesprochen werden.