Die Entstellung des achten Buches Otto’s von Freising.
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Seine eigenen Auffassungen gibt er, so viel ich sehe,
erst im dreiunddreissigsten Capitel wieder. Da schildert er
begeistert die Art der Glückseligkeit der in jenes himmlische
Jerusalem Versetzten, und diese Ausführungen sind so rein
empfunden, wie bescheiden vorgetragen. Er schliesst mit der
Frage nach der Art der Anschauung Gottes im Himmelsstaate,
in welchem eine ewige erste Abendstunde des wöchentlichen
Ruhetages herrsche, zu deren Genüsse er selbst einst zu gelangen
hofft. 1
Hat er diese Schlussworte unmittelbar vor dem Antritte
des Kreuzzuges, wie ja nicht unmöglich, hinzugefügt, so gewänne
dieser durch sie und Otto’s Erguss übersinnlicher Hoffnungen
in dem achten Buche, ja sein ganzes Werk durch den
Kreuzzug eine höhere Weihe.
Schluss.
Wie uns das Werk von der Wandlung der Dinge nun
entgegentritt, ist es, obwohl zum Theil auf Fälschungen ruhend,
und obwohl des Verfassers Anschauungen sich im Verlaufe der
Arbeit mehrfach geändert haben, ein künstlerisch abgeschlossenes
Ganzes. Dieser fürstliche Autor ist eben der Erste gewesen,
der die Erscheinungen der Universalhistorie, soweit sie
seiner Forschung erkennbar waren, in freier Gestaltung wiedergegeben
und zugleich in die ewigen Ordnungen einzufügen
gesucht hat.
1 Ibi, ut ait Augustinus (?), vacabimus, videbimus, amabimus, laudabimus.