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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Die  Entstehung  des  achten  Bucheß  Otto’s  von  Freising.

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macht,  und  selbst  in  der  universalhistorischen  Darstellung  im
engern  Sinne  kommt  er  auf  sie,  ohne  sie  zu  nennen,  nur  einmal ­
  in  der  Geschichte  des  Kaisers  Heraclius 1  zurück.  Eher
kann  man  bemerkenswerth  linden,  dass  er  von  den  in  den
Revelationen  vorgetragenen  erstaunlichen  Herkunftsgeschichten
der  verwandten  Könige  Alexander  und  Romulus 2  doch  vielleicht ­
  die  des  erstem  mit  Ekkehard  andeutet. 3
§•  9.
Die  Ausführung  des  achten  Buches.
Wie  nun  trotz  dieser  Erkenntniss  der  Schwächen,  welche
die  sogenannten  Revelationen  des  Methodius  einem  auch  nothdürftig
  historisch  geschulten  Geiste  bieten,  ein  Genius  von
Otto’s  Kraft  sich  nicht  abschrecken  liess,  auf  diesem  losen
Grunde  weiter  zu  arbeiten,  ist  doch  ganz  begreiflich.  Denn
er  schrieb  unter  der  Erregung  der  Geister,  die  in  Deutschland ­
  unmittelbar  vor  dem  zweiten  Kreuzzuge  herrschte,  da
unter  einer  gleichsam  handgreiflichen  überirdischen  Einwirkung
die  geistlichen  Empfindungen  und  Sorgen  bei  Fürsten  und
Völkern  alle  anderen  zurückdrängten  und  in  dem  von  Fehden
erfüllten  und  gleichsam  aufgelösten  deutschen  Königreiche  auf
die  Kreuzpredigt  allgemeiner  Frieden  eintreten  sollte.
Bis  in  das  siebente  Capitcl  des  Buches  habe  ich  die
Einwirkung  der  Revelationen  zusammenhängend  verfolgen
können,  wenn  auch  weitere  Forschung  noch  spätere  Stücke
auf  diese  Quelle,  besonders  etwa  in  anderer  Recension  derselben, ­
  zurückzuführen  in  der  Lage  sein  dürfte.  Aber  so  weit
ich  jetzt  erkennen  kann,  ergeht  sich  doch  Otto  von  diesem

1  Qua  de  causa  dum  (Heraclius)  apertis  portis  Caspiis,  gentem  saevisiinam,
  quam  Alexander  Magnus  ob  immanitatem  sui  super  mare  C'aspium
incluserat,  educeret  cet.  Otto  V,  0,  p.  232.
2  Philippus  .  .  .  pater  Alexandri  Magni  .  .  .  accepit  in  conjugem  Chuseth,
tiliain  regis  Aethiopiae  nomine  Phool,  de  qua  natus  cst  Alexander.  .  .
—  Accepit  rex  Bisas  Ghuseth  filiam  Phool  regis  Aethiopiae,  ex  qua  nata
est  filia  ,  cum  qua  nuptus  est  Bomulus.  Methodius  729  D,  730  A.
3  Dequo  (Alexandro)  traditur,  quod  non  Philipp!  sed  cuiusdam  magi  Aegyptiorum
  regis  Neetanabi  lilius  fuerit.  Otto  IX,  25,  p.  84.
            
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