Die Entstehung des achten Buches Otto’s von Ereising.
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des Machwerkes vorhanden gewesen sein, wie denn eben die
Brant’sche in ihren Einleitungsworten mit der von Petrus
Comestor benutzten stimmt, 1 während der auch sonst abweichende
Abdruck in der Lyoner Sammlung 2 nichts von diesenWorten hat. 3
So finde ich gleich zu dieser ersten Erwähnung der
Revelationen in dem Schlüsse des Briefes Otto’s an Reinald
in beiden Recensionen 4 kein völlig stimmendes Zeugniss. Eine
Erwähnung Danielischer Prophezeiungen vor dem Ende der
Zeiten bei dem siebenten Millennium der Welt 5 deckt sich
doch auch nicht gut mit Otto’s Worten.
Erst mit diesem seltsamen Orakelbüchlein und etwa des
falschen Dionysius noch zu besprechender himmlischer Hierarchie
in der Hand, dazu mit der Erinnerung an das andere,
uns verlorene Orakelbüchlein über den Geist der Pilgerfahrt, 6
versteht man, wie mich dünkt, die Absicht des achten, dem
flüchtigen Leser so überaus befremdlichen und für die Würdigung
des ganzen Werkes so unentbehrlichen Buches. Es ist
eben keineswegs nur ,eine mystische Abhandlung von der
Auferstehung', 7 schon eher wie Otto es Isingrim schildert, eine
Abhandlung ,vom Antichrist, von der Auferstehung der Todten
und von dem Ende beider Staaten', obwohl auch diese Inhaltsangabe
nur des Autors ursprünglicher Absicht, aber keineswegs
1 Hier heisst es ähnlich und ist bildlich dargestellt wie oben S. 351, Anm. 3:
revelationuin . . . qnas a sanctis angelis, cum erat carceri mancipatus
propter fidem Christi, recepisse fertur scribens de principio et commutatione
seculi.
2 Vgl. oben S. 350, Anm. 1.
3 Methodii Patarensis episcopi et martyris de rebus quae ab initio mundi
contigerunt, quaeqnae deinceps contingere debent revelationes per paraphras
in translatae incerto authore.
4 Herr Dr. Heinrich Kitt, jetzt in Montevideo, hat im Jahre 1868 als Mitglied
des Züricher historischen Seminars eine eingehende Vergleichung
mit dem, wie sich nun zeigt, meist entsprechendem Abdrucke der bibl.
maxinia vorgenommen, die mir hier bestens zu Statten gekommen ist.
5 Daniel quoque hoc praedicens in septimo ipso tempore annorum,
hoc est in septimo millenario mundi, eo quod appropinquabit consummatio
saeculi et non erit longitudo temporum amplius, bibl. max. III, 730 b.
6 Vgl. oben S. 337, Anm. 1.
‘ So Wilmans Archiv X, 135 und ähnlich in der Vorrede p. XXI: . . . libri
octavi, in quo de interitu huius mundi et resurrectione mortuorum agit.
Sitzangsber. d. phil.-hist. CI. XCVIII. Bd. I. Hft. 23