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B ü d i n g e r.
üben. Die Reinald wie ihm bekannte Autorität, auf die er
sich hiebei stützt, ist eben Methodius.
Eben diesem haben wir zunächst umsomehr nachzugehen,
als er bisher durchaus unbeachtet geblieben ist. Wir betrachten
hier vor Allem seine Benutzung bei einem französischen Zeitgenossen.
1
§• 7.
Pierre le Mangeur.
Mehr als bei Gerhoh mag man bei dem Magister Peter,
der wegen seiner literarischen Wissbegierde den seltsamen
Beinamen des Essers oder Verschlingers, lateinisch: Comestor
oder Manducator erhielt, 2 eine Otto’s Wünschen entsprechende
Bibelauslegung finden, wie sie in der lange nach Otto’s Tode,
etwa um 1173 verfassten Schulgeschichte 3 niedergelegt worden
ist. Ueber Comestors’ Studien, ehe er um 1140 als Lehrer
n Troyes auftrat, scheint sich keine Nachricht erhalten zu
haben; die Oberleitung des Unterrichtes in Paris übernahm
er erst 1164 als Kanzler des dortigen Bisthums. Sein eigenes
genanntes Hauptwerk ist vielleicht aus öffentlichen Vorlesungen
entstanden. Es ist dem Schwager des Königs Ludwig VII.,
dem Cardinal - Erzbischöfe von Sens, Grafen Wilhelm von
Champagne, 4 gewidmet.
Die Möglichkeit, ihn zu Otto’s und Reinald’s Studiengenossen,
z. B. bei jenem Hugo im Kloster S. Victor, zu
zählen, bleibt offen, aber doch erst noch nachzuweisen. Was
mich bestimmt, ihn hier aufzunehmen, ist eine Verwerthung
1 Die Herausgeber des im Jahre 1677 erschienenen dritten Bandes der
maxima hibliotheca patrum, p. 727 a , bemerken zuerst die Benutzung der
sogenannten revelationes S. Metliodii, die sie als falsissimus über bezeichnen,
durch Petrus Comestor.
2 Ottonis Prisingensis continuatio Sanblasiana c. 12, p. 431 der Schulausgabe.
Histoire litteraire de la France, t. XIV (1817), p. 12 suiv.
3 Historia scholastica magistri Petri Comestoris. Argentine 1503. Die in
Ersch und Gruber’s Encyklopädie als beste bezeichnete Venetianer Ausgabe
des Cardinais Quirini von 1729 war mir nicht zugänglich.
4 Ich entnehme der Gallia christiana I, 517 und 634, die hier hoffentlich
Richtiges bringen wird, dass er in Sens am 22. December 1168 als Erzbischof
von Sens geweiht und 1175 nach Rheims versetzt worden ist.