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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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B  ü  d  i  n  g  e  r.

üben.  Die  Reinald  wie  ihm  bekannte  Autorität,  auf  die  er
sich  hiebei  stützt,  ist  eben  Methodius.
Eben  diesem  haben  wir  zunächst  umsomehr  nachzugehen,
als  er  bisher  durchaus  unbeachtet  geblieben  ist.  Wir  betrachten
hier  vor  Allem  seine  Benutzung  bei  einem  französischen  Zeitgenossen. ­
  1

§•  7.
Pierre  le  Mangeur.
Mehr  als  bei  Gerhoh  mag  man  bei  dem  Magister  Peter,
der  wegen  seiner  literarischen  Wissbegierde  den  seltsamen
Beinamen  des  Essers  oder  Verschlingers,  lateinisch:  Comestor
oder  Manducator  erhielt, 2  eine  Otto’s  Wünschen  entsprechende
Bibelauslegung  finden,  wie  sie  in  der  lange  nach  Otto’s  Tode,
etwa  um  1173  verfassten  Schulgeschichte 3  niedergelegt  worden
ist.  Ueber  Comestors’  Studien,  ehe  er  um  1140  als  Lehrer
n  Troyes  auftrat,  scheint  sich  keine  Nachricht  erhalten  zu
haben;  die  Oberleitung  des  Unterrichtes  in  Paris  übernahm
er  erst  1164  als  Kanzler  des  dortigen  Bisthums.  Sein  eigenes
genanntes  Hauptwerk  ist  vielleicht  aus  öffentlichen  Vorlesungen
entstanden.  Es  ist  dem  Schwager  des  Königs  Ludwig  VII.,
dem  Cardinal  -  Erzbischöfe  von  Sens,  Grafen  Wilhelm  von
Champagne, 4  gewidmet.
Die  Möglichkeit,  ihn  zu  Otto’s  und  Reinald’s  Studiengenossen, ­
  z.  B.  bei  jenem  Hugo  im  Kloster  S.  Victor,  zu
zählen,  bleibt  offen,  aber  doch  erst  noch  nachzuweisen.  Was
mich  bestimmt,  ihn  hier  aufzunehmen,  ist  eine  Verwerthung

1  Die  Herausgeber  des  im  Jahre  1677  erschienenen  dritten  Bandes  der
maxima  hibliotheca  patrum,  p.  727  a ,  bemerken  zuerst  die  Benutzung  der
sogenannten  revelationes  S.  Metliodii,  die  sie  als  falsissimus  über  bezeichnen, ­
  durch  Petrus  Comestor.
2  Ottonis  Prisingensis  continuatio  Sanblasiana  c.  12,  p.  431  der  Schulausgabe. ­
  Histoire  litteraire  de  la  France,  t.  XIV  (1817),  p.  12  suiv.
3  Historia  scholastica  magistri  Petri  Comestoris.  Argentine  1503.  Die  in
Ersch  und  Gruber’s  Encyklopädie  als  beste  bezeichnete  Venetianer  Ausgabe ­
  des  Cardinais  Quirini  von  1729  war  mir  nicht  zugänglich.
4  Ich  entnehme  der  Gallia  christiana  I,  517  und  634,  die  hier  hoffentlich
Richtiges  bringen  wird,  dass  er  in  Sens  am  22.  December  1168  als  Erzbischof ­
  von  Sens  geweiht  und  1175  nach  Rheims  versetzt  worden  ist.
            
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