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348 Büdinger.
gewesen sein mögen, in Frankreich studierten. Der so rücksichtslos
auf Errichtung einer mächtigen Kaisergewalt und
gegen das Papstthum stürmende Kanzler, der, wie es scheint,
Kaiser Friedrich zu mehr als einem falschen Schritte fortgerissen
hat, mag wohl in praktischen, politisch-kirchlichen
Fragen nicht gerade häufig mit Otto übereingestimmt haben;
aber nach Otto’s eigener Ueberzeugung war er zum Verständnisse
der universalhistorischen Conceptionen desselben nicht
nur vollkommen befähigt, 1 sondern, wie es scheint, auch mit
der wunderlichen Quellenschrift bekannt, auf welche Otto wie
auf ein Orakel baute und von der er wiederholt Gebrauch
gemacht hat.
Am Schlüsse dieses Empfehlungsschreibens bemerkt er
nämlich, er habe in seinem Werke gezeigt, wie ein Reich von
dem andern bis auf das römische Reich verdrängt worden sei;
aber er glaube, dass dieses das Reich sei, von welchem prophezeit
sei, dass es von ,einem Steine, der herausgehauen
ward 1 ohne Hände, erst am Ende der Zeiten zermalmt werden
solle. Das Bild ist von einer Danielischen Prophezeiung genommen
2 und diese von Otto in dem Werke selbst zweimal l
verwerthet worden: zuerst vor Cyrus’ Tode. Da meinte Otto
noch, das hier angedrohte Ende selbst erleben zu müssen, behielt
sich aber eine nähere Darlegung vor. 3 Am Ende des
sechsten Buches, nach dem Berichte von Heinrichs IV. Excommunication
durch Gregor VII. und vor demjenigen von
dessen Vertreibung aus Rom, kommt er auf die Sache zurück.
Er versteht nunmehr unter dem Steine die Kirche, die das
Königthum zermalme, 4 und man kann das Gleichniss für jene
' Eapropter non ut rudi, sed ut philosopho, de libro quem domino imperatori
transmisi, vestrae industriae confidentius scribo.
2 Capitel II, Vers 34 und 35. Die gefälligen Verse des erregten Autors
aus der Makkabäerzeit werden anderseits von Gerhoh de investigatione
Antichristi III, 7, p. 369 sq. auf den glücklichen Kampf der Trinität
gegen das regnum diabolicum peccati videlicet et mortis gedeutet.
3 donec a lapide exciso de monte sine manibus percussum funditus subrueretur,
suo loco, adiuvante Deo, dicemus. Nos enim circa finem (eius)
positi id quod de ipso praedictum est experimur, futurumque in proximo
quod vestat timendo expectamos. II, 13.
4 Quid enim aliud . . . lapidem sine manibus excisum nisi ecclesiam . . .
dixerim? .... regem urbis non tanquam orbis dominum vereri, sed