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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Die  Entstehung  des  achten  Buches  Otto’s  von  Freising.

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tigen  Sinne  der  Aufeinanderfolge  von  Weltreichen  bis  auf  das
römische, 1  ohne  dass  seine  universalhistorische  Eintheilung
hiedurch  beeinflusst  würde.
Wenn  er  dann  das  dritte  Buch  mit  Constantinus’  Bekehrung ­
  schliesst,  so  ist  er,  wie  früher  bemerkt  wurde, 2  über
die  Richtigkeit  dieser  nicht  einmal  bis  zur  Katholicität  des
Reiches  führenden  Epoche  später  selbst  zweifelhaft  geworden.
Wie  vollkommen  richtig  die  vierte  bis  auf  Odovakar 3  geführte
Abtheilung  gerade  dem  heutigen  Stande  universalhistorischer
Kenntniss  entspricht,  habe  ich  neuerlich  in  unseren  Schriften 4
auszuführen  gesucht.  Factisch  führt  das  vierte  Buch  freilich
—  wie  ebenfalls  theoretisch  richtig  —  bis  zum  vollen  Siege
Chlodovech’s  oder,  wie  er  zu  Beginn  des  fünften  Buches  sagt,
bis  zur  Besetzung  des  Römerreiches  durch  die  Barbaren. 5
Welche  Wirkung  auf  ihn  selbst  die  nächste  von  ihm  angenommene ­
  Epoche,  die  der  Theilung  des  Frankenreiches  unter
Ludwigs  des  Frommen  Söhne  hatte,  ist  früher  (S.  330)  erörtert
worden.  Ob  nicht  des  Frankenfürsten  Karl  Sieg  über  die
Araber  bei  Cenon  vom  25.  October  732 6  eine  bessere  Epoche
bilde,  wird  wohl  heute  mindestens  fraglich  sein.  Dass  aber
für  einen  Beobachter  aus  der  Mitte  des  zwölften  Jahrhunderts
die  Wirksamkeit  Gregor’s  VII.,  deren  Folgen  in  Staat  und
Kirche  noch  überall  sich  geltend  machten,  den  letzten  natürlichen ­
  Abschnitt  bot  —  für  Otto  also  das  Ende  des  sechsten
Buches  —  dürfte  wohl  nicht  bestritten  werden.

Medos  et  Persas,  ad  ultimum  Grae'cos  et  Romanos  posui  eorumque
nomiua  usque  ad  praesentem  imperatorem  subnotavi.  p.  4.
1  Et  de  potentia  quidem  humana,  qualiter  a  Babyloniis  ad  Medos  et  Persas,
ac  inde  ad  Macedones  et  post  ad  Romanos  .  .  .  derivatum  sat  dictum
arbitror.  Prologus  libri  V,  p.  218.  Ita  nimirum  potestas  temporalis  a
Babylone  devolnta  ad  Medos  unde  ad  persas,  post  ad  Graecos  ad  ultimum
ad  Romanos  et  sub  Romano  nomine  ad  Francos  translata  est.  V,  36.
2  Vgl.  oben  S.  332,  Anm.  4.
3  Quartus  ad  Odoacrum  regnique  invasionem  a  Rugis  kündigt  er  selbst
schon  in  dem  Prospecte  p.  9  an.
4  S.  B.  XCVII,  S.  917  flgde.
5  Occupato  a  barbaris  Romanorum  imperio  cet.
6  Breyssig,  Karl  Martell  (Jahrbücher  des  fränkischen  Reiches)  56;  G.  Weil
Geschichte  der  Chalifcn,  I,  646.
            
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