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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Büdinger.

Aber  absichtlich  weicht  Otto  von  Augustin’s  Berechnungen
ab,  wenn  er  die  entsprechende  Gleichzeitigkeit  der  hebräischen
Geschichte  zwar  bei  Ahaz  oder  Hiskias 1  nicht  unerwähnt
lässt,  aber  unter  den  Propheten  Elias  und  Elisa 2  besonders
hervorhebt.
Denn  hier  tritt  das  noch  zu  erörternde  mystische  Motiv
des  Geschichtschreibers  in  seine  Rechte,  welches  gerade  die
edelsten  Zeitgenossen  und  vollends  Otto’s  Ordensbrüder,  die
Cistercienser,  erfüllte.
Um  so  bemerkenswerther  ist,  wie  gesagt,  der  helle  Blick,
mit  welchem  er  die  weiteren  Epochen  gewinnt.  Die  nächste
wird  ihm  von  Cäsar’s  Ermordung  oder  Octavian’s  Aufkommen 3
bezeichnet,  mit  welchem  ja  ungefähr  Christi  Geburt  Zusammenfalle, ­
 4  während  Orosius’  sechstes  Buch  diese  mit  der  scheinbaren ­
  Genauigkeit  des  Dilettanten  innerhalb  der  Regierung
des  Kaisers  Augustus  mit  dem  auf  den  Befehl  desselben  angestellten
  Census  zu  erreichen  sucht.  Die  Theorie  von  den
vier  Weltmonarchieen,  mit  welcher  sich  noch  im  sechzehnten
Jahrhundert  Melanchthon  und  Sleidanus  müde  geschleppt  haben, 5
existirt  für  Otto,  obwohl  er  sie  dem  Kanzler  Reinald  als  ein
selbstverständliches  Dogma  bezeichnet, 0  nur  in  unsrem  heu-'

  Tempore  igitur,  quo  Roma  condita  est  .  .  .  rex  tune  erat  in  Juda,  cuius
nomen  erat  Ac.haz,  vel  sicut  alii  computant,  qui  ei  successit  Ezechias,
quem  quidem  constat  Optimum  et  piissimum  regem  Romuli  regnasse
temporibus;  in  ea  vero-Hebraici  populi,  quae  appellatur  Israel  regnare
coeperat  Osee.  Augustinus  1.  1.  XVIII,  22.
2  qui  eximiis  vitae  meritis  coelum  claudere  ac.  rursum  aperire  .  .  .  a  Domino ­
  meruere.  Otto  I,  29.
3  —  ad  Octaviani  Caesaris  tempora.  Prologus  libri  tertii.  So  beginnt
auch  das  dritte  Buch  selbst,  wie  ich  meine,  ganz  correct:  anno  ab  Urbe
condita  710,  interfecto  Gaio  Julio  Caesare,  Oetavianus,  qui  testamento
cet.  So  muss  man  eben  universalhistorisch  den  Prineipat  beginnen  lassen.
4  —  quatenus  ad  eam  quae  sub  Augusto  ex  nativitatis  Christi  adventu
toti  mundo  reddita  est  pacem  dicendam  festinemus.  Zweites  Buch  am
Ende.
5  ,Ueber  Darstellungen  der  allg.  Gesell.“  a.  a.  O.  121  flgde.
0  Quatuor  principalia  regna,  quae  inter  caetera  eminerent,  ab  exordio  mundi
fnisse  in  finemque  eius  secundum  legem  totius  (ein  seltsam  rationeller
Ausdruck  in  diesem  Munde!)  successive  permansura  fore  ex  visione
qnoque  Danielis  percipi  potest.  Horum  ergo  principes  secundum  cursum
temporis  enumeratos,  prirnos  Assirios,  post  suppressis  Chaldaeis  .  .  •
            
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