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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Die  Entstehung  des  achten  Bucheß  Otto’ß  von  Freising.

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Ich  denke,  man  wird  vermuthen  dürfen,  dass  das  dem
Kaiser  Friedrich  I.  überreichte  Werk  Otto’s  den  Titel  de
mutatione  rerum,  vielleicht  mit  dem  Beisatze  libri  octo  führte
—  was  dem  Muster  seiner  römischen  Geschichtsbüchertitel
nahe  käme,  auch  einigermassen  an  Orosius’  adversus  paganos
historiarum  libri  septem  erinnert.  Kaiser  Friedrich  selbst  aber
hat  es,  wie  wir  sahen,  kurzweg  als  Chronik  bezeichnet,  und
dieser  Titel  hat  dann  bei  den  Nachkommen  überwogen.
§.  3.
Die  Eintheilnng.
Zunächst  hat  er  sich  ja  auch  nach  seiner  eigenen  Darstellung ­
  an  Orosius  für  den  weltlichen  Staat  gehalten  und  wohl
eben  deshalb  von  Anfang  an  seinen  entsprechenden  Stoff  in  sieben
Bücher  getheilt  und  sogar  wie  jener  spanische  Schüler  das
erste  Buch  mit  der  Gründung  Roms  durch  Romulus  geschlossen.
Aber  nicht  nur  alle  die  folgenden  Eintheilungen  der  Bücher,
auf  die  wir  sogleich  zurückkommen,  lassen  unmittelbar  den
ächten  universalhistorischen  Genius  erkennen,  sondern  schon
diese  erste  am  Orosianischen  Gängelbande  vorgenommene,  von
Adam  beginnende  Abtheilung  hat  einige  Weihe  erhalten,  indem
Otto  auch  Orosius’  Meister  Augustinus  grundsätzlich  und  von
Anfang  zu  Rathe  zog.
Gerade  hiebei  bemerkt  man,  wie  überhaupt  in  diesem
ersten  Buche  eine  gewisse  Ungelenkigkeit  in  der  Handhabung
des  Materiales,  die  wohl  Lord  Bolingbroke’s  Spott  nicht  entgangen ­
  wäre,  wenn  er  sie  gekannt  hätte:  die  Epoche  der
Gründung  Roms  wird  mit  einer  freien  Wiederholung  von
Worten  Augustin’s'  dem  angeblich  ersten  Sturze  des  assyrischbabylonischen ­
  Reiches  durch  die  Meder  gleichzeitig  gesetzt.

1  Procas  .  .  .  cuius  tempore  quia  jam  quodammodo  Roma  parturiebatur,
illnd  omninm  regnorum  maximum  Assyriorum  finem  tantae  diuturnitatis
accepit;  ad  Medos  quippe  translatum  est  .  .  .  Procas  autem  regpavit
ante  Amulium.  De  civitate  Dei  XVIII,  21.  Cum  igitur  regnum  Romanorum, ­
  ut  ita  dixerim,  parturiret,  regnum  illnd  nobilissimilm  ac  potentissimum
  Babyloniornm  longo  diurturnitatis  senio  marcescere  coepit.
Otto  I,  30.
            
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