Die Entstehung des achten Buches Otto's von Freising.
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So ist er nach Vollendung der ganzen weltlichen Geschichte
,bis zum gegenwärtigen Jahre 1146' 1 bis zu dem
Ziele gekommen, dass er alle Klosterbrüder ersuchen kann, Fürbitte
dafür einzulegen, dass er schicklich von dem Ende und
wohl auch der Absicht des Gottesstaates handeln möge. 2 Aber
noch vor der Betrachtung der überirdischen Dinge, die er im
achten Buche vorführen will, ist er mit den Einleitungsworten
des Prologes zu diesem Buche an das Geständniss gelangt,
dass er das Buch zwar ,von den beiden Staaten' betitelt —
d. h. wohl in der Zueignungsepistel an Isingrim genannt —
habe, dass dasselbe jedoch eigentlich in drei Theile zerfalle,
drei Zustände oder Staaten behandle: den der heidnischen
Zeit, den irdischen der christlichen und endlich dieser christlichen
Zeit himmlischen Staat. 2
Dass Otto das Werk unter dem Titel ,von den beiden
Staaten' dem Kaiser Friedrich habe übergeben lassen, wird
man hienach kaum annehmen dürfen. In dem Einführungsbriefe
an den Kaiser sagt er denn auch, er sende dasselbe
durch den Abt Rapoto und ,unsern Capellan Ragewin, welcher
nach unserm Dictate diese „Geschichte“ aufgezeichnet hat', 4
wie er schon in dem Briefe an Isingrim sagt, er habe es nach
dessen Bitte nöthig gefunden, eine ,Geschichte' zusammcnzustellen,
welche die Sorgen der Bürger von Babylon und
1 1. VII, c. 34.
2 Omnes hü ab omni misero mundi rotatu . . . seelusi . . . uos ... ad ea
qnae secuntur, qtiis scilicet finis civitati Dci maneat, quac pcrditio reprobam
mundi civitatem expeetet, dicenda precibus suis aptos effieiant.
1. VII s. f., p. 341.
3 Hoc opus nostrum, quod de duabus civitatibns intitulavimus, trifarie
distinctum invenitur. Cum enim civitas Christi seu regnum eius secundum
praesentem statnm rel futurum ecclesia dicatnr, aliter se modo,
quamdiu bonos et malos in uno gremio fovere cemitur, habet, aliter
tnnc, cum solos bonos in Superni siuns gloria servabit, liabitura erit,
aliter anteqnam plenitndo gentium introiret, sub principibus gentium
viveus, se habuit cet. p. 356.
4 Jlisimus autem praesentium latores . . . Rapotonem ... et capellanum
nostrnm Ragewinum, qni banc historiamex ore nostro snbnotavit. p. 3.
Dieser selbst gebraucht den gleichen Ausdruck für Dictat bei den gesta
Friderici IV, 11, p. 246: Ego autem qui hnius operis principium eins
ex ore adnotavi finemqne eins principis jussn pcrficiendum snscepi.