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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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B  üdinger.

hinlänglich  gehandelt  zu  haben.'  Von  Theodosius  dem  Ersten,
so  meint  er  nunmehr,  könne  man,  da  mit  geringen  Ausnahmen
Alle  Katholiken  geworden  seien,  die  Geschichte  nur  eines
Staates,  ,welchen  ich  die  Kirche  nenne',  behandeln.' 2  Ausdrücklich ­
  corrigiert  er  seine  frühere  Auffassung. 3
Im  Fortgange  der  Erzählung  bis  zur  Theilung  des  Frankenreiches ­
  unter  Ludwigs  des  Frommen  Söhne  scheint  er  seine
ganze  Staatentheorie  ausser  Acht  gelassen  zu  haben  und  sagt
nur  in  der  Einleitung  zum  sechsten  Buche,  man  sehe  hier
den  steten  Kampf  des  Stärkern  gegen  den  Schwachem. 1
Wie  er  nun  aber  mit  dem  Ende  dieses  Buches  zu  dem
Tode  Gregor’s  VII.  und  somit  in  die  volle  Hitze  des  Kampfes
zwischen  Staat  und  Kirche  gekommen  ist,  drängt  sich  ihm
die  Staatentheorie  wieder  von  selbst  auf.  Er  verwahrt  sich
merkwürdig  genug  gegen  die  Zumuthung,  als  ob  er  christliche ­
  Herrschaft  von  der  Kirche  zu  trennen' 5  wünsche  —  man
glaubt  fast  einen  Prediger  Neuenglands,  aus  den  Gegnern  der
Confessionslosigkeit  des  Staates,  um  1640  zu  hören.  Er  erinnert ­
  an  seine  frühere  Erklärung/’  dass  mit  Theodosius  die
Geschichte  nur  eines  Staates,  der  Kirche  nämlich,  beginne,
die  er  jedoch  jetzt  als  eine  ,gemischte'  bezeichnet. 7

1  Porro  de  duabns  civitatibus,  qualiter  una  in  alia  latendo  usqne  ad
adventum  Christi  ac  inde  ad  Constantinum  paulatim  progressa  profecerit,
supra  sat  dictum  puto.  Ib.
-  ...  ad  Theodosinm  seniorem.  Ac  deiuceps,  quia  omnis  non  soluin  populus,
  sed  et  principes  exceptis  pancis  catholici  fuerunt,  videor  mihi  non
de  duabus  civitatibns,  sed  de  una  tantum  quam  ecclesiam  dico  historiam
texuisse.  Ib.  Auch  ein  Theil  des  vierten  Buches  handelt  daher  schon
nur  von  dem  einen  Staate.
- 1  Non  enim,  quamvis  electi  et  reprobi  in  una  sint  domo,  bas  civitates,
ut  supra,  dixerim  duas,  sed  proprie  unam,  sed  permixtam  tanquam
grana  cnm  paleis.  Ib.  p.  219.
4  Ubi  maiores  a  minoribns,  inferiores  a  potentioribns  sorberi  ac  ad  ultimum
se  ipsos,  cum  materiam  non  invenerint,  discerpere  conspicimus.  p.  253.
5  Nemo  autem  propter  haec  verba  nos  ebristianum  imperinm  ab  ecclesia
separare  putet,  cum  dnae  in  ecclesia  Dei  personae,  saeerdotalis  et
regalis  esse  noscantur.  Prologus  1.  VII,  p.  295.
6  Vgl.  oben  S.  328,  Anm.  3.
7  a  tempore  Theodosii  senioris  usque  ad  tempus  nostrnm  non  jam  de  duabus ­
  civitatibns,  immo  de  una  pene,  jd  est  ecclesia,  sed  permixta,  historiam
texuisse.  1.  1,
            
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