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B üdinger.
hinlänglich gehandelt zu haben.' Von Theodosius dem Ersten,
so meint er nunmehr, könne man, da mit geringen Ausnahmen
Alle Katholiken geworden seien, die Geschichte nur eines
Staates, ,welchen ich die Kirche nenne', behandeln.' 2 Ausdrücklich
corrigiert er seine frühere Auffassung. 3
Im Fortgange der Erzählung bis zur Theilung des Frankenreiches
unter Ludwigs des Frommen Söhne scheint er seine
ganze Staatentheorie ausser Acht gelassen zu haben und sagt
nur in der Einleitung zum sechsten Buche, man sehe hier
den steten Kampf des Stärkern gegen den Schwachem. 1
Wie er nun aber mit dem Ende dieses Buches zu dem
Tode Gregor’s VII. und somit in die volle Hitze des Kampfes
zwischen Staat und Kirche gekommen ist, drängt sich ihm
die Staatentheorie wieder von selbst auf. Er verwahrt sich
merkwürdig genug gegen die Zumuthung, als ob er christliche
Herrschaft von der Kirche zu trennen' 5 wünsche — man
glaubt fast einen Prediger Neuenglands, aus den Gegnern der
Confessionslosigkeit des Staates, um 1640 zu hören. Er erinnert
an seine frühere Erklärung/’ dass mit Theodosius die
Geschichte nur eines Staates, der Kirche nämlich, beginne,
die er jedoch jetzt als eine ,gemischte' bezeichnet. 7
1 Porro de duabns civitatibus, qualiter una in alia latendo usqne ad
adventum Christi ac inde ad Constantinum paulatim progressa profecerit,
supra sat dictum puto. Ib.
- ... ad Theodosinm seniorem. Ac deiuceps, quia omnis non soluin populus,
sed et principes exceptis pancis catholici fuerunt, videor mihi non
de duabus civitatibns, sed de una tantum quam ecclesiam dico historiam
texuisse. Ib. Auch ein Theil des vierten Buches handelt daher schon
nur von dem einen Staate.
- 1 Non enim, quamvis electi et reprobi in una sint domo, bas civitates,
ut supra, dixerim duas, sed proprie unam, sed permixtam tanquam
grana cnm paleis. Ib. p. 219.
4 Ubi maiores a minoribns, inferiores a potentioribns sorberi ac ad ultimum
se ipsos, cum materiam non invenerint, discerpere conspicimus. p. 253.
5 Nemo autem propter haec verba nos ebristianum imperinm ab ecclesia
separare putet, cum dnae in ecclesia Dei personae, saeerdotalis et
regalis esse noscantur. Prologus 1. VII, p. 295.
6 Vgl. oben S. 328, Anm. 3.
7 a tempore Theodosii senioris usque ad tempus nostrnm non jam de duabus
civitatibns, immo de una pene, jd est ecclesia, sed permixta, historiam
texuisse. 1. 1,