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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Die  Entstehung  des  achten  Buches  Otto'ß  von  Freising.

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Zeit  aufzurichten  verfügt.* 1  Im  Prologe  des  fünften,  nach  dem
Ende  des  weströmischen  Reiches  mit  Theodorich  dem  Grossen
beginnenden  Buches  ist  ihm  aber  unter  den  Fehden  und  Leiden
seiner  eigenen  Zeit  der  himmlische  Charakter  des  von  Constantinus
  mit  dem  Christenthume  verbundenen  und  nunmehr
von  den  Deutschen  regierten  Römerreiches  doch  wieder  zweifelhaft ­
  geworden.  ,Unseren  Vorgängern,  Männern  von  berühmter
Weisheit  und  herrlicher  Begabung,*  so  gesteht  er  sich  und
uns,  ,sind  viele  Dinge  verborgen  geblieben,  welche  im  Fortgänge
der  Zeiten  und  unter  der  Wirkung  der  Begebenheiten  uns  klar
zu  werden  angefangen  haben.* 2  Wohin  kommt  da  Augustins
bisher  befolgte  Lehre  von  den  beiden  Staaten!  Da  sagt
uns  Otto,  während  sein  Halbbruder  Konrad  III.  in  weltlichen
Dingen  in  der  That  so  unmächtig  war  und  die  Kirche  von
einem  so  selbstlosen  Mönche  wie  Papst  Eugen  III.  und  dessen
Lehrer  Bernhard  von  Clairvaux  geleitet  wurde:  ,Wohin  es
mit  jenem  römischen  Reiche  gekommen  ist, 3  das  die  Heiden
um  seiner  Herrlichkeit  willen  für  ewig,  die  Unsrigen  fast  für
göttlich  gehalten  haben,  sieht  ja  Jedermann!* 4  ,Schon  schöpft
die  Welt  gleichsam  die  letzten  Athemzüge  des  äussersten
Greisenalters.* 8  Von  den  ,beiden  Staaten*  glaubt  er  daher
1  Civitas  autem  Christi  exaltata  exaltabitur  au  in  aeteruum  cum  ipso  regnatura
  cousummabitur.  Liber  III  s.  f.  Dominus  enim,  qui  civitatem
suam,  ante  coustitutioucin  mundi  praeordinatam,  ad  tompus  latere  voluit,
tempore  quo  deeuit  exaltare  disposuit.  Prologus  libri  IV.
2  —  —  multae  antecessores  nostros,  praeclarae  sapientiae  ac  excellentium
ingeniorum  viros,  latuerunt  causae,  quae  nobis  processu  temporum  ac
eventu  rerum  patere  coeperuut.
3  Die  Berechtigung  Otto’s  zu  glauben,  dass  die  weltliche  Macht  oder  doch
die  des  Kaiserthums  aus  Endo  gekommen  sei,  hebt  der  verewigte  K.  W.
Nitzsch  (Staufische  Studien,  Sybel’s  historische  Zeitschrift  III,  335  flgde)
auch  seinerseits  sehr  beredt  hervor;  nur  hat  er  die  Wandlungen  in  Otto’s
Gesammt-  und  Einzelanschauungen  nicht  zum  Gegenstände  der  Beobachtung ­
  gemacht.
4  Proinde  Romanum  Imperium,  quod  pro  sui  excellentia  a  paganis  aeternum,
  a  nostris  pene  divum  putabatur,  jam  ad  quid  devenerit,  ab  Omnibus
videtur.  Ib.  217.
5  mundum,  quem  pro  mutatione  sui  conlempneudum  praedixerunt,  nos  iam
defieientem  et  tanquam  Ultimi  seuii  extremum  spirituni  trahentem  cernimus.
  Ib.  218.  Nos  autem,  tanquam  in  fine  temporum  constituti,  in  dem
Widmungsbriefe  an  Isingrim  p.  6  gehört  doch  nicht  in  denselben  Zusammenhang. ­

            
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