Der Averroismus iu der christlicb-peripatetischen Peychologie.
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dass man nicht bei den in den aristotelischen Büchern beigebrachten
oder angedeuteten Argumenten stehen zu bleiben
habe, dass hier vielmehr alle anderen grossen Denker, die etwas
Bedeutsames über die Seelenunsterblichkeit geäussert haben,
in Betracht kommen, vor allen ein Plato in mehreren seiner
Schriften, ein Jamblichus, 1 Porphyrius, 2 Alcinous, 3 Plotinus, 4
Hermes, Xenophon, Kleanthes, Chrysippus, Zeno von Cittium
u. s. w. und endlich auch Avicenna. 5 Die selbsteigene Beweisführung
des Niphus ist auf Gedanken gestützt, die, wie er selbst
angibt, theils aus Aristoteles, tlieils aus den Platonikern geschöpft
sind.
Nach dem Dafürhalten des Pomponatius lässt sich nicht
erklärlich machen, wie die Seele nach ihrer Trennung vom
Leibe das während der Vereinigung mit demselben stattgehabte
Denkleben sollte fortführen können; sie müsste den mit ihrem
Wesen gegebenen Denkmodus vollständig ändern, und jenen
der körperlosen himmlischen Intelligenzen annehmen. Nach
Niphus braucht keine Aenderung des Denkmodus stattzuhaben,
da der für das künftige Leben der Seele zu postulirende Denkmodus
kein anderer, als jener ihres gegenwärtigen Lebens ist.
Der Seele ist für ihr gegenwärtiges und zukünftiges Leben
diess gemein, dass sie die Dinge insofern erkennt, als dieselben
actu sind; dieses Erkennen ist aber sowohl im diesseitigen
stitutam, ejus tarnen Operationen! non esse igueam, quia est anima secundum
quid separata; quodsi anima simpliciter erit in corpore independens,
ipsa cum eo mori non poterit.
1 De mysteriis, c. 9.
2 De occasionibus, capp. 13' 14.
3 De phautasia et intellectu, c. 25.
4 Enuead. IV.
5 Avicenna probavit, iminortalitatem compluribus argumentis in sexto suorum
naturalium libro; potissimum, quia si rationalis anima corrumpitur,
aut corrumpitur aliquo agente in ipsam, illam corrumpendo, aut ipsa per
se corrumpitur dissolutis iis ex quibus ipsa in se constat, aut corrumpitur
ob materiae potentiam, aut denique corrumpitur corpore corrupto.
Non corrumpitur primo modo, alioquin sibi esset aliquid contrarium; nec
secundo modo, cum ipsa simplex sit; nec tertio modo, nain tune corrumperetur
ut ceterae formae, et ita saltem contrarium haberet secundum qualitates;
nec quarto modo, quia tune nullam haberet praeter suum corpus
operationem. Anima ergo immortalis est. O. c., c. 46.