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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Werner.

also  mit  derselben  innigst  geeiniget  in  Kraft  derselben  erkennen. ­
  1  Diese  Art  der  Erkenntniss  muss  nun  allerdings  als
eine  förmliche  Versetzung  in  das  Wesen  der  Gottheit  verstanden
werden;  Aristoteles  kannte  eben  noch  nicht  die  in  der  christlichen ­
  Theologie  aufgeschlossenen  höheren  Erkenntnissweisen
per  species  infusas,  per  revelationes,  per  habitus  concreatos.
Hier  handelt  es  sich  nur  darum,  zu  constatiren,  dass  bezüglich
des  betreffenden  Punktes  Averroes,  nicht  aber  Pomponatius
mit  Aristoteles  sich  in  Uebereinstimmung  finde.
Die  Art  und  Weise,  in  welcher  Niplius  den  Averroes
gegen  Pomponatius  zu  vertheidigen  sucht,  ist  eine  augenscheinliche ­
  Selbstapologie,  welche  Niphus  der  Selbstapologie  des
Alexandristen  Pomponatius  entgegenstellt.  Er  gibt  zu,  dass
Averroes  geirrt  habe;  dieser  sei  jedoch  dem  Aristoteles  und
der  Wahrheit  näher  gestanden  als  Pomponatius,  daher  die  von
Pomponatius  an  Averroes  geübte  Kritik  unberechtiget  und
auch  nicht  zutreffend  sei.  Pomponatius  will  sich  dem  Averroes
gegenüber  auf  den  richtig  verstandenen  Aristoteles  stützen;
abgesehen  jedoch  davon,  dass  das  relativ  richtigere  Verständniss
des  Aristoteles  auf  Seite  des  Averroes  ist,  repräsentirt  Aristoteles ­
  selber  nicht  die  reine  ungetrübte  Wahrheit,  und-  bedarf
daher,  wie  der  Ergänzung,  so  der  Berichtigung  durch  die  in
der  kirchlichen  Theologie  hinterlegte  Wahrheit.  Nur  muss
auch  erkannt  werden,  dass  der  richtig  verstandene  Aristoteles
der  christlichen  Wahrheit  näher  stehe,  als  Pomponatius  zngeben
will,  der  das  Verhältniss  zwischen  Beiden  nahezu  in  ein  Verhältnis ­
  ausschliesslicher  Gegensätzlichkeit  verkehrt.  Dem  Niphus
gelingt  es  mit  Hilfe  einer  platonisirenden  Interpretation  des
Aristoteles,  ein  harmonischeres  Verhältniss  zwischen  diesem
und  der  christlichen  Anschauungsweise  aufzuweisen;  auch  der
Naturalist  Averroes  wird  von  Niphus  in  neuplatonischem  Sinne
gedeutet,  und  damit  die  Erlaubtheit  eines  relativen  Anschlusses
an  Averroes  zu  rechtfertigen  gesucht.  Nach  Niphus’  Dafür-1
  Secundum  Aristotelem  intelligentia  inferior  intelligit  superiorem,  et  omnes
amant  et  intelligunt  priraam;  ubi  patet,  inferiores  non  posse  intelligere
primara  alia  intellectione,  nisi  qnae  est  ipse  Deus.  Non  enim  novit
intelligentias  esse  snbstantias  accidentium  snsceptivas;  qnare  si  ita  est,
dabitur  una  intellectionis  species,  qua  Deus  intelligitur  in  se,  hoc  est
intellectione,  quae  est  ipse.  Niph.  iinmort.  an.,  c.  25.
            
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