Der Averroismus in der chrißtlich-peripatetischeu Psychologie.
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leger desselben zurückzugehen; von den Vertretern des wiedererneuerten
Platonismus wurde aber überdies urgirt, dass auch
der richtig verstandene Aristoteles mit der christlichen Weltanschauung
sich nicht in Einklang bringen lasse, vielmehr die
Grundlehren des Christenthums über Gott, Schöpfung, Vorsehung,
Unsterblichkeit der Menschenseelen durch die aristotelische
Philosophie in Frage gestellt seien, wie schon von den
altchristlichen Lehrern erkannt und mit Nachdruck hervorgehoben
worden sei. Da nun aber die peripatetische Philosophie
als die einzige methodisch ausgebildete und mit dem gesammten
Schulunterrichte des christlichen Abendlandes aufs engste verwachsene
philosophische Lehre nicht beseitigt w'erden zu können
schien, so war es natürlich, dass man sich auf einen christlich
rectificirten Aristotelismus zu stützen suchte, als dessen classischer
Vertreter in den Theologenschulen Thomas Aquinas angesehen,
und wie wir aus dem Verhalten des Niphus bereits
ersahen, auch von den dem Laienstande angehörigen Vertretern
des philosophischen Schulunterrichtes respectirt wurde. In der
achten Sitzung des fünften Lateranensischen Concils (17. December
1513) wurde verboten, künftighin in den philosophischen
Schulen zu lehren, dass die menschliche Seele sterblich, und
der menschliche Intellect in allen Menschen nur Einer sei; es
wurde ferner untersagt, zwischen theologischer und philosophischer
Wahrheit in jenem Sinne zu unterscheiden, dass die erwähnten
und andere damit zusammenhängende widerchristliche
Lehren als philosophisch berechtigte Lehren in den Schulen
vorgetragen werden könnten; es sei vielmehr die Aufgabe der
Lehrer, sie mit philosophischen Gründen zu bekämpfen, somit
als philosophisch unwahr zu erweisen.
Die Concilsentscheidung betraf in erster Linie allerdings
die Averroisten, neben ihnen jedoch auch, soweit es sich
namentlich um die Frage von der Seelenunsterblichkeit und
um die Unterscheidung zwischen theologischer und philosophischer
Wahrheit handelte, eben so bestimmt die Alexandristen,
deren hervorragendster Vertreter zur Zeit des Concils Petrus
Pomponatius, der gewesene Lehrer des damaligen Papstes
Leo X. war. Pomponatius war es gewesen, welcher, zu Padua
neben dem alten Vernia und dessen Nachfolger Achillini lehrend,
die Alleinherrschaft des Averroismus in der Paduaner Schule