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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Pauly.

Handschriften  nahezu  werthlos  und  nur  au  sehr  wenigen
Stellen  dem  Archetypus  näher  geblieben  sind.
Im  Ganzen  und  Grossen  ist  besagte  Grundlage  eine  gute
und  verlässliche,  die  der  nachbessernden  Hand  verhältnissmässig
selten  bedarf.  Wenn  Nolte  a.  a.  0.  meint,  dass  .die  neueste
Ausgabe  von  Halm  noch  zu  reich  an  unbemerkt  gebliebenen
Corruptelen  sei*,  so  könnte  man  daraus  schliessen,  dass  der
Conjecturalkritik  noch  ein  weites  Feld  offen  stehe.  Es  sollte
daher  vielleicht  besser  heissen,  der  Text  sei  noch  immer  nicht
ganz  frei  von  Corruptelen,  wie  dies  ja  auch  Halm  an  mehreren
Stellen  angedeutet  hat.  Einige  solcher  will  ich  zum  Schlüsse
nachstehend  noch  zu  heilen  versuchen;  andere  wurden  oben
schon  gelegentlich  beseitigt.
I,  12  ist  aus  A  opes  publicas  st.  publ.  opes  zu  schreiben.
—  I,  24  hat  A  remouet,  während  das  zweite  Verbum  clausif
heisst;  nun  ist  allerdings  in  A  nichts  häufiger  als  die  Verwechselung ­
  von  e  und  i,  so  dass  leicht  remouet  aus  remoutt
entstanden  sein  könnte.  Aber  wegen  des  remouet  im  Eingänge
des  Capitels  möchte  ich  es  auch  hier  mit  Halm  beibehalten,
überhaupt  wegen  der  Aehnlichkeit  des  ganzen  Tenors;  heisst
es  doch  auch  dort:  quae...  est  ratio  und  hier  quomodo  ratione
subsistit.  Das  damit  möchte  ich  aber  nicht  mit  clausas  habet
(was  bei  Salvianus  immerhin  bedenklich  erscheint)  erklären,
sondern  einfach  claurftt  schreiben.  Ist  doch  nichts  leichter  als
die  Entstehung  von  f  aus  d.  —  I,  38  rin.  ist  aus  A  nach
Sodomam  einzuschieben  autem.  —  III,  15  hat  A  pr.  m.:  qui
saeeulares  amotus  derelinquunt,  sec.  m.  hat  amores,  die  übrigen
Handschriften  amoris  im;  letzteres,  ohne  Zweifel  aus  amores
ne»
oder  amotus  entstanden,  kommt  als  sinnlos  nicht  in  Betracht;
amores  hinwiederum  halte  ich  für  eine  Interpolation  statt  des
Salvianischen  affeetus,  welches  ich  in  amotus  versteckt  glaube.
Dieses  Wort  affeetus  konnte  dem  mit  dem  Sprachgebrauehe
Salvians  nicht  genügend  Vertranten  unverständlich  erscheinen
und  so  ersetzte  er  es  durch  das  dem  Sinne  der  Stelle  entsprechende ­
  amores.  Aber  affeetm  ist  ein  Lieblingsausdruck  des
Autors.  *  Jedenfalls  ist  es  der  Ueberliefernng  näher  als  das
1  VgL  F.  X.  Himer  im  Jahresberichte  des  königl-  Lfceoms  zu  Freising,
1868—1869,  der  das  Wort  an  73  Stellen  fand.  Besonders  augenfällig  ist
diese  Vorliebe  für  das  Wort  in  der  Epist.  1111,  in  welcher  es  circa  lömal
            
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